Am morgigen Samstag beginnt in München das Oktoberfest – das größte Volksfest der Welt. Auf der Theresienwiese erwarten die Veranstalter in den kommenden 16 Tagen rund sieben Millionen Besucherinnen und Besucher. Schon seit Tagen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, denn die Wiesn ist nicht nur ein Fest der Gemütlichkeit, sondern auch eine logistische Mammutaufgabe.
14 große Zelte und Millionen Maß Bier
Insgesamt 14 Festzelte, dazu zahlreiche kleinere Zelte, Fahrgeschäfte und Buden prägen das Bild auf der Theresienwiese. Im vergangenen Jahr flossen rund 6,5 Millionen Maß Bier, dazu kamen Hunderttausende Hendl, Haxn und unzählige Brezn. Der Bierpreis ist erneut gestiegen: Eine Maß kostet in diesem Jahr zwischen 13,50 und 15,50 Euro – ein neuer Rekordwert, der längst Diskussionen über die Kommerzialisierung der Wiesn entfacht hat.
Tradition trifft Tourismus
Der offizielle Auftakt erfolgt traditionsgemäß, wenn der Münchner Oberbürgermeister im Schottenhamel-Zelt das erste Fass anzapft. Mit dem Ruf „O’zapft is!“ beginnt das Fest offiziell. Am ersten Sonntag folgt der Trachten- und Schützenzug, bei dem Gruppen aus Bayern, anderen Bundesländern und sogar aus dem Ausland durch die Innenstadt ziehen. Für viele ist das ein Höhepunkt, der die Wiesn fest in der Tradition Bayerns verankert.
Wirtschaftsmotor für München
Für die Stadt bedeutet das Oktoberfest vor allem ein riesiges Geschäft: Hotels, Gastronomie, Handel und Verkehrsbetriebe profitieren enorm. Der Umsatz wird auf über 1,2 Milliarden Euro geschätzt. Entsprechend sind die Unterkünfte bereits seit Monaten fast vollständig ausgebucht, und viele Wirte und Hoteliers nutzen die Gelegenheit, kräftig an der Preisschraube zu drehen.
Sicherheit im Fokus
Damit die Millionen Besucher sicher feiern können, ist ein enormes Sicherheitskonzept erforderlich. Rucksäcke und große Taschen sind verboten, an den Eingängen gibt es Taschenkontrollen. Täglich sind mehrere hundert Polizeibeamte, Sanitäter und Rettungskräfte im Einsatz. Denn neben der ausgelassenen Stimmung hat die Wiesn auch Schattenseiten: Jedes Jahr gibt es tausende medizinische Notfälle, oft aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums.
Verkehr und Gedränge
Die Münchner Verkehrsbetriebe rechnen mit einem Besucheransturm, der U- und S-Bahnen an ihre Grenzen bringt. An den Wiesn-Wochenenden werden zeitweise bis zu 100.000 Fahrgäste pro Stunde rund um die Theresienwiese erwartet. Zusätzliche Züge sollen den Andrang abfedern, Geduld ist dennoch gefragt.
Zwischen Volksfest und Massenspektakel
Das Oktoberfest ist ein Aushängeschild Bayerns – aber längst auch ein internationales Spektakel. Touristen aus den USA, Australien, Japan oder Italien reisen eigens an, um die „Wiesn“ zu erleben. Für viele Münchnerinnen und Münchner ist sie dagegen ein zweischneidiges Erlebnis: Tradition und Gemeinschaft einerseits, Lärm, Müll und Massenandrang andererseits.
Historischer Ursprung
Der Ursprung des Oktoberfests reicht ins Jahr 1810 zurück: Zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese fand ein Volksfest statt, das schnell zur Tradition wurde. Heute ist die „Wiesn“ ein weltbekanntes Markenzeichen und Symbol bayerischer Lebensart.
Finale am 5. Oktober
Das Oktoberfest endet am Sonntag, den 5. Oktober. Den Schlusspunkt setzt das traditionelle Böllerschießen, das den Abschluss der zwei Wochen feierlich markiert.
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