Seit der Ermordung des rechtsradikalen Aktivisten Charlie Kirk laufen die Ermittlungen heiß – und was jetzt aus den Chatprotokollen des mutmaßlichen Täters Tyler R. auftaucht, klingt eher nach einem schlecht geschriebenen Krimi als nach Realität.
Die Waffe? Angeblich das gute alte Gewehr von Opa, sorgfältig in ein Handtuch gewickelt und am Tatort in einem Busch deponiert – weil man ja immer noch an die Mär vom „perfekten Verbrechen“ glaubt. CSI: Utah lässt grüßen.
„My Love“ und das Problem mit dem Busch
In seinen Nachrichten an eine Person, die er liebevoll „my love“ nennt, zeigte sich R. besorgt – allerdings weniger über das Attentat selbst, sondern darüber, ob er das Gewehr wohl unbemerkt zurückholen könnte. „Wenn ich es ungesehen hole, gibt es keine Beweise.“ Abgesehen natürlich von den Nachrichten, die er gerade fleißig tippte und die jetzt als Beweise vorliegen.
Sein größter Albtraum? Nicht etwa die Polizei, sondern die Reaktion seines Vaters: „Was wird mein alter Herr sagen, wenn ich Opas Gewehr verliere?“ Offenbar war Familienehre wichtiger als ein Mordprozess mit möglicher Todesstrafe.
Trump, MAGA und der Familienkrach
R. erwähnte nebenbei, dass sein Vater „ziemlich hartnäckig MAGA“ sei – was in diesem Zusammenhang wohl bedeutet: Der Vater hätte sich weniger Sorgen um den Mord als um den Verbleib der Familienwaffe gemacht.
Geständnis mit Shakespeare-Flair
Als Grund für die Tat schrieb R.: „Ich hatte genug von seinem Hass.“ Ein Motiv, das irgendwo zwischen tragischem Pathos und Chatdrama schwankt. Er bat zudem darum, belastende Nachrichten bitte zu löschen. Schade nur, dass digitale Spuren hartnäckiger sind als Teenager-Geheimnisse im Klassenchat.
Hollywoodreife Familienaufklärung
Laut Staatsanwalt erkannten R.s Mutter und Vater ihren Sohn auf den Nachrichtenbildern – was vermutlich die unangenehmste „Familienfernsehstunde“ der letzten Jahre gewesen sein dürfte. Schließlich überredeten Eltern und ein Bekannter den jungen Mann, sich zu stellen.
Gericht: wenig Worte, viele Anklagepunkte
Vor Gericht schwieg R. bis auf die Nennung seines Namens. Die Anklagepunkte lesen sich wie ein Best-of der Strafjustiz: Mord, Justizbehinderung, Zeugenbeeinflussung, Gewalt in Anwesenheit von Kindern. Richter Tony Graf machte klar: Keine Kaution, dafür im schlimmsten Fall die Todesstrafe.
Politisches Beben
Der Mord an Charlie Kirk hat die US-Politik erschüttert. Kirk – Liebling der Rechten, Gründer von „Turning Point USA“, lautstarker Gegner alles „Woken“ – wurde von Trump und seinen Anhängern schon zu Lebzeiten als Galionsfigur inszeniert. Nach seinem Tod ist sein Name noch wertvoller: Als Märtyrer taugt er hervorragend für die nächste Welle politischer Botschaften.
Fazit: Zwischen Opas Gewehr, einem Attentäter mit WhatsApp-Drama und einer Familie im politischen Zwiespalt liefert der Fall Tyler R. alles, was ein Polit-Thriller braucht – nur leider ohne gute Regie.
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