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Online-Kredite im Visier: Verbraucherzentralen melden massiven Anstieg von Beschwerden

advogadoaguilar (CC0), Pixabay
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Die Verbraucherzentralen in Deutschland schlagen Alarm: Immer mehr Menschen berichten von Problemen, Manipulation und Betrug bei Online-Krediten. Nach Angaben des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) stieg die Zahl der Beschwerden zu Verbraucherdarlehen im ersten Halbjahr dieses Jahres um fast 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Untergeschobene Verträge als Dauerproblem

Besonders häufig beklagen Betroffene sogenannte untergeschobene Verträge. Dabei schließen Verbraucher unbemerkt einen Kreditvertrag ab – etwa durch unklare Online-Formulare oder irreführende Versprechen. Ein „unverbindliches Angebot“ stellt sich dann plötzlich als rechtsgültiger Vertrag heraus. Oft bemerken die Opfer das erst, wenn ungewollte Abbuchungen oder Mahnungen eintreffen.

Maschen der Betrüger

Die Verbraucherzentralen berichten von einer Vielzahl fragwürdiger Praktiken, die sich im Online-Kreditmarkt etabliert haben:

  • Täuschende Werbung: Kredite „trotz Schufa“ oder mit „0 Prozent Zinsen“ locken in sozialen Medien.

  • Vorkasse-Tricks: Verbraucher sollen Gebühren oder Provisionen bezahlen, bevor ein Kredit ausgezahlt wird.

  • Datenabgriff: Anbieter sammeln sensible Informationen wie Ausweiskopien oder Kontodaten, die später für Identitätsdiebstahl genutzt werden.

  • Gefälschte Beratungen: Anrufer geben sich als Mitarbeiter seriöser Banken aus und drängen auf schnelle Vertragsabschlüsse.

  • Versteckte Zusatzverträge: Neben dem eigentlichen Kredit werden Versicherungen oder Finanzprodukte „untergejubelt“.

Finanzielle und persönliche Folgen

Die Schäden sind nicht nur finanziell gravierend. Neben hohen Kosten oder verlorenen Einzahlungen drohen den Betroffenen langfristige Belastungen: Negative Schufa-Einträge, Schwierigkeiten bei späteren Kreditaufnahmen und ein massiver Vertrauensverlust gegenüber echten Finanzinstituten.

Verbraucherschützer fordern strengere Regeln

Der vzbv verlangt von der Politik, den Online-Kreditmarkt schärfer zu regulieren. Notwendig seien:

  • klare Informationspflichten über Kosten, Laufzeiten und Widerrufsrechte,

  • eine strengere Kontrolle unseriöser Plattformen,

  • sowie eine bessere internationale Zusammenarbeit, da viele Anbieter im Ausland sitzen.

Rat an Verbraucher

Die Experten der Verbraucherzentralen empfehlen, sich von schnellen Online-Zusagen nicht blenden zu lassen. Wichtig sei:

  • Angebote immer auf Seriosität prüfen,

  • Verträge gründlich lesen,

  • keine sensiblen Daten leichtfertig herausgeben,

  • im Zweifel Beratung bei einer Verbraucherzentrale einholen.

Wer bereits in die Falle getappt ist, sollte sofort seine Bank informieren, den Vertrag widerrufen und rechtliche Schritte prüfen.

Ein wachsendes Phänomen

Dass die Beschwerden deutlich zugenommen haben, zeigt: Online-Kredite sind längst ein Massengeschäft – mit allen Chancen, aber auch erheblichen Risiken. Solange Betrüger mit aggressiven Methoden im Netz arbeiten, bleibt der Markt ein Minenfeld für Verbraucher.

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