Der Konflikt zwischen Iran, den United States und Israel weitet sich weiter aus – mit spürbaren Folgen für die weltweite Energieversorgung. Nach neuen Angriffen auf Tanker, Häfen und Energieanlagen im Persischen Golf ist der Ölpreis erneut über 100 Dollar pro Barrel gestiegen.
Die Eskalation trifft besonders den internationalen Schiffsverkehr und wichtige Öltransportrouten im Nahen Osten.
Tanker brennen nach Angriffen im Persischen Golf
Nach Angaben von Behörden und internationalen Beobachtern hat Iran seine Vergeltungsangriffe auf Energieinfrastruktur deutlich ausgeweitet.
In Iraq wurden zwei ausländische Öltanker in territorialen Gewässern durch iranische Drohnen angegriffen und in Brand gesetzt. Mindestens ein Mensch kam dabei ums Leben, 38 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden.
Zudem wurde ein Containerschiff nahe der Küste der United Arab Emirates von einem unbekannten Geschoss getroffen. Das Schiff geriet kurzzeitig in Brand, die Besatzung blieb unverletzt.
Damit wurden innerhalb von nur zwei Tagen mindestens sechs Schiffe im Persischen Golf attackiert.
Drohnenangriffe in mehreren Golfstaaten
Parallel dazu meldeten mehrere Staaten der Region neue Drohnen- und Raketenangriffe:
- In Bahrain trafen iranische Angriffe Treibstofflager nahe der Hauptstadtregion.
- Saudi Arabia gab an, mehr als 20 Drohnen über den östlichen Ölfördergebieten abgefangen zu haben.
- Die United Arab Emirates meldeten Raketen- und Drohnenbedrohungen aus Richtung Iran.
- In Kuwait wurden mehrere Drohnen abgeschossen; zwei Menschen wurden verletzt.
Auch in einem Hafen im Oman soll laut Videoaufnahmen eine Drohne einen Treibstofftank getroffen haben.
Raketenangriffe zwischen Israel und Iran
Gleichzeitig gehen die militärischen Angriffe zwischen Israel und Iran weiter. Sirenen heulten in mehreren Regionen Israels, nachdem Iran eine neue Welle von Raketen gestartet hatte.
Die israelische Luftwaffe griff im Gegenzug Ziele im Lebanon an, insbesondere im südlichen Vorort Dahieh der Hauptstadt Beirut, einer Hochburg der Hezbollah.
Bei einem Luftangriff auf die Küstenpromenade Ramlet al-Baida in Beirut wurden laut Gesundheitsministerium acht Menschen getötet und 31 verletzt. In der Gegend hielten sich viele Menschen auf, die zuvor aus anderen Teilen der Stadt geflohen waren.
Ölpreis steigt trotz Freigabe von Reserven
Die Eskalation treibt auch die Energiemärkte weiter an. Der Preis für Brent Crude Oil stieg erneut auf rund 100 Dollar pro Barrel, nachdem er bereits zuvor ein Vierjahreshoch erreicht hatte.
Der Preisanstieg kam, obwohl die Mitgliedstaaten der International Energy Agency beschlossen haben, 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven freizugeben – die größte koordinierte Freigabe in der Geschichte der Organisation.
Auch die amerikanische Ölsorte West Texas Intermediate legte deutlich zu.
USA bereiten möglicherweise neue Luftangriffe vor
Unterdessen deuten neue Bilder von einem Luftwaffenstützpunkt in Großbritannien darauf hin, dass die USA ihre militärische Präsenz weiter ausbauen.
Auf dem Stützpunkt RAF Fairford wurden Rockwell B‑1 Lancer-Bomber mit sogenannten bunkerbrechenden Bomben beladen. Diese Waffen sind dafür ausgelegt, stark befestigte unterirdische Anlagen zu zerstören – etwa Raketen- oder Drohnenlager.
Experten werten dies als Hinweis darauf, dass das Pentagon weitere Angriffe auf tief im iranischen Boden verborgene Militäranlagen vorbereitet.
Trump spricht bereits von Sieg
Trotz der anhaltenden Kämpfe erklärte US-Präsident Donald Trump, die Vereinigten Staaten hätten den Krieg praktisch gewonnen.
„Es ist nur noch eine Frage des Zeitpunkts, wann wir aufhören“, sagte Trump.
Krieg sorgt auch für Informationschaos im Netz
Parallel zu den militärischen Entwicklungen verbreiten sich im Internet zahlreiche gefälschte Bilder und Videos über den Konflikt. Viele davon wurden mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und erreichen in sozialen Netzwerken Millionen Aufrufe.
Experten warnen deshalb davor, Inhalte aus dem Kriegsgebiet ungeprüft zu teilen.
Strategische Inseln im Fokus
Auch mehrere kleine Inseln an der Einfahrt zur Strait of Hormuz rücken zunehmend ins Zentrum der geopolitischen Spannungen. Die Inseln sind seit Jahren zwischen Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten umstritten und liegen direkt an einer der wichtigsten Öltransportrouten der Welt.
Mit der zunehmenden Eskalation wächst die Sorge, dass der Konflikt die globalen Energie- und Handelsströme dauerhaft beeinträchtigen könnte.
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