Wenn selbst die legendären Oldtimer nicht mehr knattern, ist etwas gewaltig schiefgelaufen. In Kubas Hauptstadt stehen Busse am Straßenrand, Taxis bleiben in den Garagen, am Flughafen fehlt der Treibstoff für startbereite Maschinen. Der Grund: Öl- und Benzinlieferungen bleiben aus – und die Karibikinsel gerät zunehmend ins Stocken.
US-Präsident Donald Trump kommentierte die Lage mit gewohnt deutlichen Worten. Kuba stehe „kurz vor dem Zusammenbruch“, erklärte er und verwies auf die harte Linie Washingtons gegenüber dem sozialistischen Staat. Die USA hatten zuletzt ihre Sanktionen verschärft und Lieferwege weiter eingeschränkt.
Die Folgen sind im Alltag der Menschen unmittelbar spürbar. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert nur noch eingeschränkt, viele Arbeitnehmer kommen kaum noch zu ihren Jobs. Lieferketten sind unterbrochen, Geschäfte melden Engpässe. Auch staatliche Einrichtungen müssen Energie sparen. Ohne Diesel kein Warentransport, ohne Kerosin kein regulärer Flugbetrieb.
Die kubanische Regierung hat mit drastischen Sparmaßnahmen reagiert. Treibstoff wird rationiert, Betriebe müssen ihren Verbrauch senken, Behörden Arbeitszeiten anpassen. Gleichzeitig sucht Havanna nach alternativen Lieferanten – doch angesichts knapper Devisen und internationaler Spannungen ist das schwierig.
Die Wirtschaft der Insel war bereits zuvor angeschlagen: Inflation, Versorgungsprobleme und Produktionsrückgänge belasten das Land seit Jahren. Die aktuelle Energiekrise verschärft diese Situation erheblich. Experten warnen vor weiteren Einbrüchen bei Industrie, Landwirtschaft und Tourismus.
Ob Kuba tatsächlich „kurz vor dem Zusammenbruch“ steht, ist umstritten. Unbestritten ist jedoch, dass der fehlende Treibstoff das öffentliche Leben massiv einschränkt – und die politische Konfrontation zwischen Washington und Havanna erneut verschärft.
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