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Obama fordert pragmatischeren Kurs der Demokraten in der Obdachlosenpolitik

janeb13 (CC0), Pixabay
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Obama fordert pragmatischeren Kurs der Demokraten in der Obdachlosenpolitik

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat seine Partei zu einem Kurswechsel im Umgang mit Obdachlosigkeit aufgerufen. In einem Interview mit dem progressiven Podcaster Brian Tyler Cohen erklärte er, viele Amerikaner wollten nicht „um eine Zeltstadt herum navigieren müssen“, wenn sie sich in Großstädten bewegen.

„Moralisch und ethisch betrachtet ist es ein Skandal, dass in einem reichen Land Menschen auf der Straße leben“, sagte Obama in dem am 14. Februar veröffentlichten Gespräch. Zugleich betonte er jedoch, dass politische Lösungen mehrheitsfähig sein müssten.

Obama hatte zunächst über Einwanderungspolitik gesprochen und zog Parallelen zur Debatte über Obdachlosigkeit. In Online-Diskussionen würden innerparteiliche Differenzen oft zugespitzt, so der Demokrat. Wer etwa eine konsequentere Durchsetzung von Einwanderungsregeln fordere, werde schnell moralisch verurteilt. Ähnlich verlaufe die Diskussion über Obdachlosenpolitik.

Die Demokraten müssten anerkennen, dass „der durchschnittliche Bürger“ keine Zeltlager im öffentlichen Raum wolle. „Das bedeutet nicht, dass wir uns weniger um diese Menschen kümmern“, sagte Obama mit Blick auf Obdachlose. „Es bedeutet, dass wir, wenn wir uns wirklich kümmern, herausfinden müssen, wie wir eine Mehrheit gewinnen und pragmatisch vorgehen können.“

Die Zahl der obdachlosen Menschen in den USA ist zuletzt deutlich gestiegen. Nach Angaben des US-Wohnungsbauministeriums (HUD) erreichte sie 2024 mit 771.480 Betroffenen den höchsten Stand seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2007 – ein Anstieg um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Thema sorgt parteiübergreifend für Kontroversen. Präsident Donald Trump geht seit Monaten verstärkt gegen Obdachlosenlager vor. Im Juli 2025 wies er Justizministerin Pam Bondi an, rechtliche Hürden abzubauen, die es Behörden erschweren, Obdachlose aus öffentlichen Räumen in Unterkünfte oder Behandlungseinrichtungen zu bringen. Kritiker warnen, solche Maßnahmen könnten das Problem verschärfen.

Zuvor hatte der Supreme Court entschieden, dass Menschen ohne festen Wohnsitz unter bestimmten Bedingungen für das Schlafen im öffentlichen Raum bestraft werden können. Trump kündigte zudem an, Obdachlose aus der Hauptstadt Washington zu verlegen. Man werde Unterkünfte bereitstellen – „aber weit entfernt vom Zentrum“, schrieb er auf der Plattform Truth Social.

Obama plädiert derweil für einen Mittelweg: Humanität und Realismus müssten sich nicht ausschließen, wenn es gelinge, tragfähige politische Mehrheiten zu organisieren.

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