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Novo Nordisk senkt Preise für Ozempic und Wegovy deutlich

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk will die Listenpreise seiner bekannten GLP-1-Medikamente Ozempic, Rybelsus und Wegovy deutlich senken. Ab dem 1. Januar 2027 soll eine Monatsration der Präparate 675 US-Dollar kosten. Derzeit liegen die Listenpreise bei über 1.000 Dollar – Wegovy ist mit 1.349 Dollar pro Monat bislang am teuersten.

Die Preissenkung betrifft allerdings nicht alle Patienten gleichermaßen. Wer die Medikamente bar bezahlt, profitiert nicht direkt von der neuen Listenpreissenkung. Für Selbstzahler hatte Novo bereits zuvor den Preis für injizierbares Wegovy und die meisten Ozempic-Dosierungen auf 349 Dollar pro Monat reduziert, sofern diese direkt beim Hersteller oder über Partner bezogen werden.

Ziel der neuen Maßnahme ist es vor allem, Patienten mit Versicherung zu entlasten. Viele Versicherte zahlen eine sogenannte Coinsurance, also einen prozentualen Anteil am Listenpreis. Sinkt dieser, reduziert sich auch die Eigenbeteiligung. Ebenso könnten Versicherte mit hohen Selbstbehalten (High-Deductible-Plänen) profitieren, da ihre anfänglichen Eigenkosten geringer ausfallen.

Novo-Präsident Jamey Millar erklärte, man reagiere damit auf wiederholte Forderungen aus Politik und Öffentlichkeit nach niedrigeren Listenpreisen und besserem Zugang zu innovativen Therapien.

Konkurrenzdruck durch Eli Lilly

Die Entscheidung kommt in einer Phase intensiven Wettbewerbs. Konkurrent Eli Lilly gewinnt mit seinem Abnehmpräparat Zepbound zunehmend Marktanteile. Zudem veröffentlichte Novo kürzlich Studiendaten zu seinem Nachfolgepräparat CagriSema. In einer direkten Vergleichsstudie erzielte CagriSema eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 23 Prozent über 84 Wochen – weniger als Lillys Tirzepatid (25,5 Prozent). Nach Bekanntgabe der Daten fiel die Novo-Aktie um 16 Prozent.

Trotzdem sieht Novo großes Potenzial für CagriSema, das voraussichtlich bis Ende 2026 zugelassen und 2027 auf den Markt kommen soll.

Hohe Kosten beeinflussen Therapieentscheidungen

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass rund 70 Prozent der Anwender von GLP-1-Medikamenten die Kosten in ihre Therapieentscheidung einbeziehen. Jeder vierte Befragte zahlte mehr als 250 Dollar pro Rezept.

Während viele Arbeitgeber Diabetes-Medikamente wie Ozempic übernehmen, ist die Kostenübernahme für reine Abnehmpräparate weniger verbreitet. Laut Erhebungen deckten 2025 rund 49 Prozent der großen Arbeitgeber GLP-1-Medikamente ab – ein Anstieg gegenüber 2023.

Mit der frühzeitig angekündigten Preissenkung will Novo Arbeitgebern und Versicherern Zeit geben, ihre Leistungspläne entsprechend anzupassen – mit dem Ziel, Zugang und Bezahlbarkeit langfristig zu verbessern.

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