Frage: Herr Lauerbach, Herr Gröhe, Herr Holzabfall – Novo Nordisk war der Stolz Dänemarks. Jetzt heißt es: 5000 Stellen weg allein im Heimatmarkt. Was geht Ihnen da durch den Kopf?
Kalle Lauerbach: Ach, wissen Sie, das ist wie nach einer zu langen Silvesternacht. Erst knallen alle die Korken, weil Ozempic die Pfunde purzeln lässt, und plötzlich liegt man mit Kater im Bett und fragt sich, wer das ganze Chaos aufräumt.
Hermann Gröhe: Nüchtern betrachtet: Novo bleibt ein Riese. Aber ja, der Boom hat Nebenwirkungen. Man kann nicht unbegrenzt wachsen, schon gar nicht, wenn Eli Lilly und Co. einem im Nacken sitzen.
Jens Holzabfall: Ich sag’s mal so: Wenn man in Kalundborg wohnt, klingt das Ganze wie Dauerbohrmaschine ab 7 Uhr früh. Erst Baulärm, jetzt Job-Angst. Manche warten schon, dass die leerstehenden Bauarbeiterwohnungen zu Geisterhäusern werden.
Frage: Droht Dänemark ein „Nokia-Moment“ – also der Absturz eines Vorzeigeunternehmens?
Gröhe: Die Ökonomen winken ab. Die Kürzungen bringen Novo auf den Stand von 2024 zurück. Kein Weltuntergang. Und Dänemark hat Lego, Carlsberg, Maersk – das Land ist mehr als nur eine Spritze.
Lauerbach: Aber mal ehrlich: Wenn ein Konzern zeitweise mehr wert ist als die ganze dänische Volkswirtschaft, darf man schon nervös werden. Das ist wie, wenn einer allein das ganze Buffet leerfuttert. Am Ende kippt er um, und alle stehen drumherum und schauen betreten.
Holzabfall: Ich seh das pragmatisch. Weniger Hektik, mehr Luft für die anderen Betriebe. Fachkräfte sind Mangelware, die verteilt sich jetzt vielleicht besser.
Frage: Und was bedeutet das konkret für Kalundborg, die „Novo-Stadt“?
Lauerbach: Na, da weht ein scharfer Wind vom Meer herüber. Immobilienmakler beißen sich auf die Lippen, Hausbesitzer grübeln über ihre umgebauten Gästezimmer, und die Cafés haben Angst, dass die Kundschaft ausbleibt.
Gröhe: Kurzfristig Unsicherheit, ja. Langfristig? Novo hat Milliarden investiert, neue Fabriken stehen bald fertig. Die werden nicht leer bleiben.
Holzabfall: Und die Anwohner freuen sich vielleicht über einen Sommer ohne Presslufthämmer. Man muss auch mal die stillen Momente feiern.
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