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Neues Angebot nach Insolvenz: Zweifel an der Seriosität rund um Life Forestry

geralt (CC0), Pixabay
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Nach der Insolvenz der Life Forestry Switzerland AG sorgt ein neues Angebot zur Weiterbewirtschaftung der Plantagen für Irritationen unter Anlegern. Nach Informationen aus Anlegerkreisen soll eine neue Gesellschaft bereit sein, die Pflege, Durchforstung, Ernte und Vermarktung der Bäume zu übernehmen – angeblich zu den bisherigen Konditionen und ohne zusätzliche Kosten für die Investoren.

Doch viele Fragen bleiben offen. Denn die ursprüngliche Gesellschaft, die über Jahre hinweg Anlegergelder in großem Umfang eingesammelt haben soll, wurde nach Berichten mangels Masse aus dem Konkursverfahren entlassen. Nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens soll der Konkurs trotz Einnahmen von rund 200 Millionen Euro lediglich eine Masse von etwa 350.000 Euro aufgewiesen haben.

Allein diese Diskrepanz wirft bei zahlreichen Investoren Fragen auf.

Neue Gesellschaft mit alten Strukturen?

In einer E-Mail, die Anlegern vorliegt, erklärt der frühere Unternehmenschef Lambert Liesenberg, dass nach der Einstellung des Konkursverfahrens seine Stellung als Verwaltungsrat wiederaufgelebt sei und er daher erneut im Namen der Gesellschaft handeln könne – allerdings mit persönlicher Haftung für zukünftige Entscheidungen.

Gleichzeitig verweist er auf eine neue Gesellschaft, die bereit sei, mit allen Kunden neue Bewirtschaftungsverträge abzuschließen. In dieser Organisation sei – so die Darstellung – das „gesamte Wissen und die Erfahrung“ der bisherigen Life-Forestry-Strukturen gebündelt.

Aus Anlegerkreisen ist zu hören, dass diese neue Gesellschaft teilweise aus ehemaligen Mitarbeitern bestehen soll.

Genau dieser Punkt sorgt für Skepsis.

Vertrauensfrage bei Investoren

Viele Investoren stellen sich eine naheliegende Frage:
Wie soll Vertrauen entstehen, wenn ein Geschäftsmodell, das nach Angaben aus Anlegerkreisen über 200 Millionen Euro eingesammelt haben soll, am Ende mit einer Insolvenzmasse von nur rund 350.000 Euro endet – und nun offenbar Personen aus demselben Umfeld eine Fortsetzung anbieten?

Kritiker fragen deshalb offen, ob es sich bei dem neuen Angebot möglicherweise um eine Hinhaltetaktik handeln könnte.

Denn bislang ist unklar:

  • Welche Vermögenswerte tatsächlich vorhanden sind

  • Wer die neue Gesellschaft genau kontrolliert

  • und welche wirtschaftlichen Grundlagen hinter dem neuen Angebot stehen.

Versprechen: Pflege und Ernte der Plantagen

In der Nachricht an Investoren wird darauf verwiesen, dass in Costa Rica und Ecuador bereits Vorbereitungen für anstehende Endernten getroffen worden seien. Demnach sollen auch künftig sämtliche Arbeiten wie Pflege, Durchforstung und Holzverkauf organisiert werden.

Ob und in welchem Umfang diese Aussagen überprüfbar sind, bleibt derzeit offen.

Kritik an Interessengemeinschaften

In seiner Nachricht äußert sich Liesenberg zudem kritisch über verschiedene Anlegergruppen und Interessengemeinschaften, die sich nach der Insolvenz gebildet haben. Diese würden – so die Darstellung – teilweise eigene Interessen verfolgen oder die geplanten Lösungen behindern.

Gleichzeitig räumt er ein, dass Anleger sich durchaus solchen Initiativen anschließen könnten, wenn sie dadurch mehr Sicherheit oder einen stärkeren Ansprechpartner gegenüber der neuen Bewirtschaftungsgesellschaft erhalten.

Viele offene Fragen

Unabhängig von den aktuellen Ankündigungen bleibt die Situation für Investoren unübersichtlich.

Die entscheidende Frage lautet weiterhin:

Wie konnte ein Geschäftsmodell mit angeblich rund 200 Millionen Euro an Anlegergeldern in eine Insolvenz mit minimaler Masse münden?

Solange diese Frage nicht transparent beantwortet wird, dürfte es schwer werden, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Ob das neue Angebot tatsächlich eine Lösung für die Anleger darstellt – oder lediglich ein weiteres Kapitel in einer langen Geschichte offener Fragen ist – wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

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