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Neues Alzheimer-Medikament Lecanemab: Hoffnungsschimmer, aber keine Heilung

useche360 (CC0), Pixabay
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Seit dem 1. September ist in Deutschland ein neues Alzheimer-Medikament verfügbar, das unter dem Handelsnamen Leqembi vertrieben wird. Sein Wirkstoff Lecanemab gilt als erster Ansatz, der nicht nur die Symptome behandelt, sondern direkt an den Ursachen der Erkrankung ansetzt.

Was macht Lecanemab besonders?

Bisher konnten Alzheimer-Medikamente lediglich die Beschwerden lindern – etwa Gedächtnisprobleme oder Verhaltensveränderungen. Lecanemab dagegen zielt auf die Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) im Gehirn, die als zentraler Auslöser der Krankheit gelten.

Der Wirkstoff ist ein Antikörper, der sich an diese schädlichen Eiweiße bindet und das Immunsystem aktiviert, sie abzubauen. Damit soll der Krankheitsprozess verlangsamt werden.

Wie wird das Medikament verabreicht?

  • Form: intravenöse Infusion

  • Rhythmus: alle zwei Wochen

  • Zulassung: EU-weite Zulassung im April 2025, verfügbar zunächst in Deutschland und Österreich

  • Hersteller: Biogen (USA) und Eisai (Japan)

In den USA ist Lecanemab bereits seit zwei Jahren im Einsatz.

Kann Lecanemab Alzheimer heilen?

Nein. Auch dieses Medikament bremst die Krankheit nur, heilen kann es sie nicht. Studien zeigen, dass Lecanemab das Fortschreiten der Erkrankung um etwa sechs Monate hinauszögern kann.

Neurologie-Experte Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, betont dennoch den Fortschritt:

„Die Betroffenen gewannen sechs Monate bei guter Lebensqualität vor Einsetzen der typischen Symptomatik.“

Wer kann es bekommen?

Gedacht ist das Mittel vor allem für Patientinnen und Patienten im frühen Stadium von Alzheimer, bei denen die Amyloid-Ablagerungen im Gehirn nachgewiesen wurden. Da die Behandlung aufwendig und kostspielig ist, wird sie nicht für alle infrage kommen. Zudem können Nebenwirkungen wie Schwellungen oder kleine Blutungen im Gehirn auftreten – weshalb eine engmaschige ärztliche Kontrolle nötig ist.

Fazit

Lecanemab ist kein Wundermittel, aber ein wichtiger Schritt in der Alzheimer-Forschung. Es kann den Erkrankten wertvolle Zeit verschaffen – Monate, in denen sie noch weitgehend selbstbestimmt leben können. Doch bis zu einem echten Durchbruch, der Alzheimer heilbar macht, bleibt es ein weiter Weg.

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