Kurz vor seiner ersten Rede zur Lage der Nation in der zweiten Amtszeit steht US-Präsident Donald Trump laut einer aktuellen Umfrage unter erheblichem Druck. Eine Mehrheit der Amerikaner lehnt seine bisherige Arbeit ab – insbesondere mit Blick auf Inflation, Zölle und Außenpolitik.
In einer am Sonntag, 22. Februar, veröffentlichten Erhebung von Washington Post, ABC News und Ipsos gaben 60 Prozent der Befragten an, mit Trumps Amtsführung unzufrieden zu sein. 47 Prozent äußerten sogar eine starke Ablehnung. 39 Prozent erklärten hingegen, sie seien mit der Arbeit des Präsidenten zufrieden.
Laut den Meinungsforschern hatte Trumps Ablehnungswert zuletzt kurz nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 die Marke von 60 Prozent erreicht.
Die Umfrage wurde vom 12. bis 17. Februar unter 2.589 Erwachsenen in den USA durchgeführt. Die Fehlertoleranz liegt bei plus/minus zwei Prozentpunkten.
Deutliche parteipolitische Spaltung
Die Ergebnisse zeigen erneut eine ausgeprägte Polarisierung: 85 Prozent der Republikaner bewerten Trumps Arbeit positiv. Unter Demokraten liegt die Ablehnung bei 94 Prozent, unter Unabhängigen bei 69 Prozent. Diese parteipolitische Verteilung entspricht weitgehend den Werten einer vergleichbaren Umfrage vom Oktober 2025.
Ein Durchschnitt aktueller Erhebungen der New York Times kommt auf eine Ablehnungsrate von 56 Prozent und eine Zustimmungsrate von 41 Prozent.
Schwache Werte bei Inflation und Zöllen
Besonders kritisch sehen die Befragten Trumps Umgang mit der Inflation: 65 Prozent äußerten sich ablehnend, nur 32 Prozent zustimmend. Auch bei der Zollpolitik überwiegt die Kritik deutlich: 64 Prozent lehnen seine Maßnahmen ab, 34 Prozent unterstützen sie.
Die Bewertung seiner allgemeinen Wirtschaftspolitik fällt etwas besser aus, bleibt aber negativ: 41 Prozent Zustimmung stehen 57 Prozent Ablehnung gegenüber.
In der Einwanderungspolitik erhält Trump 40 Prozent Zustimmung und 58 Prozent Ablehnung. Am positivsten wird sein Vorgehen an der Südgrenze bewertet: 47 Prozent befürworten es, 50 Prozent lehnen es ab.
Kein klarer Vorteil für die Demokraten
Trotz der negativen Gesamtbewertung profitieren die Demokraten laut Umfrage nicht automatisch davon. Beim Thema Einwanderung trauen 38 Prozent Trump mehr Kompetenz zu, 34 Prozent setzen auf die Demokraten im Kongress. Beim Thema Lebenshaltungskosten liegen beide Seiten mit jeweils 32 Prozent gleichauf.
Zudem halten 64 Prozent der Befragten sowohl die Demokratische Partei als auch Trump selbst für „abgehoben“ oder „nicht nah an den Sorgen der Menschen“.
Schwieriger Ausgangspunkt für Rede vor dem Kongress
Die Umfrage erscheint nur zwei Tage vor Trumps Rede vor dem Kongress am 24. Februar – und wenige Wochen vor wichtigen Vorwahlen in mehreren Bundesstaaten Anfang März.
Die Zahlen deuten darauf hin, dass der Präsident vor einem herausfordernden politischen Frühjahr steht. Ob und wie er die öffentliche Stimmung drehen kann, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie er Themen wie Inflation, Handelspolitik und Einwanderung künftig adressiert.
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