Als Donald Trump in seiner Siegesrede nach der Wiederwahl versprach, keine neuen Kriege zu beginnen, wollte er Kritiker beruhigen. „Ich werde keinen Krieg anfangen. Ich werde Kriege beenden“, sagte er damals vor Unterstützern in Florida.
Doch im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit hat Trump bereits militärische Einsätze gegen acht Länder angeordnet. Dazu gehören unter anderem Iran, Venezuela, Nigeria, Somalia, Syrien, Irak, Jemen und Ecuador. Besonders zwei Ereignisse haben international Aufmerksamkeit erregt: die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Truppen sowie gemeinsame Luftangriffe der USA und Israels auf Iran.
Angriffe auf Iran und Tod von Ajatollah Khamenei
Bei den Angriffen auf Iran, die Ende Februar stattfanden, wurden nach Angaben von Berichten mehr als 700 Iraner und sechs US-Soldaten getötet. Unter den Opfern befindet sich auch Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Khamenei.
Die Operation zielte laut US-Regierung darauf ab, Irans Raketenprogramme und militärische Führung zu schwächen. Beobachter sehen darin einen historischen Schritt, da es das erste Mal ist, dass ein amtierendes Staatsoberhaupt durch US-Luftangriffe getötet wurde.
Der Politikwissenschaftler Alexander Downes von der George Washington University bezeichnete die Situation als „unerforschtes Terrain“ in der internationalen Politik.
Weißes Haus verteidigt Entscheidung
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte, der Angriff sei notwendig gewesen, da Iran eine unmittelbare Bedrohung für die USA und amerikanische Truppen im Nahen Osten darstelle. Sie betonte außerdem, dass das iranische Regime über Jahre hinweg für den Tod vieler US-Bürger und Soldaten verantwortlich gewesen sei.
Festnahme von Venezuelas Präsident Maduro
Ein weiteres ungewöhnliches Ereignis war die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar. US-Truppen drangen in sein Anwesen in Caracas ein, nahmen ihn und seine Frau fest und brachten sie nach New York, wo ihnen eine Beteiligung an Drogengeschäften vorgeworfen wird.
Zwar blieb die Regierung Venezuelas bestehen, doch die Vizepräsidentin Delcy Rodríguez übernahm vorübergehend die Amtsgeschäfte – unter Aufsicht eines US-Teams.
Kritik aus Trumps eigenem politischen Lager
Trumps Vorgehen hat auch innerhalb seiner eigenen politischen Bewegung Kritik ausgelöst. Einige Unterstützer der „Make America Great Again“-Bewegung (MAGA) werfen ihm vor, von seinem Versprechen abzurücken, keine neuen Auslandskriege zu führen.
Die frühere Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene kritisierte, „America First“ bedeute nicht, andere Länder in Konflikte zu verwickeln. Auch der konservative Kommentator Tucker Carlson bezeichnete den Iran-Einsatz als „absolut schockierend und böse“.
Historische Parallelen und Risiken
Versuche der USA, Regierungen in anderen Ländern zu stürzen, haben eine lange Geschichte – von der Invasion in der Schweinebucht unter John F. Kennedy über Reagans Bombardierung von Libyen bis zum Irakkrieg unter George W. Bush.
Studien zeigen jedoch, dass solche Versuche oft nur begrenzten Erfolg haben. Von 72 US-Versuchen zum Regierungswechsel während des Kalten Krieges waren laut Forschern nur 26 erfolgreich.
Experten warnen deshalb, dass die jüngsten Ereignisse in Iran unvorhersehbare Folgen haben könnten. Zwar fordert Trump die iranische Bevölkerung auf, gegen das Regime aufzustehen, doch das Land wird seit fast 50 Jahren von einem stark gefestigten System kontrolliert.
Ungewisse Entwicklung
Trump erklärte, der Konflikt mit Iran könnte noch mehrere Wochen dauern. Die USA hätten genügend militärische Ressourcen, um notfalls auch länger zu kämpfen.
Beobachter sehen darin den Beginn einer neuen, aggressiveren Phase der US-Außenpolitik, deren langfristige Auswirkungen noch unklar sind.
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