Mit jeder neuen Veröffentlichung rund um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wird deutlicher, wie weitreichend sein Netzwerk reichte – und wie tief es bis in politische Machtzentren hineinwirkte. Nun hat der Skandal auch die slowakische Politik erschüttert: Der ehemalige Außenminister Miroslav Lajčák trat von seinem Amt als Regierungsberater zurück, nachdem sein Name in neu aufgetauchten Dokumenten genannt wurde.
Laut den veröffentlichten Unterlagen soll Epstein Lajčák Frauen angeboten haben. In einem der Chats schrieb Epstein: „Sie sind wahrscheinlich zu jung für dich“. Lajčák antwortete offenbar lakonisch: „Du hast mich nicht in Action erlebt.“ Im Gegenzug bot er Epstein offenbar an, Kontakte zum damaligen Premierminister Robert Fico herzustellen.
Die slowakische Opposition forderte umgehend Konsequenzen, ebenso wie Teile der Koalition. Lajčák zog die Reißleine und trat zurück – ein Rücktritt, der zwar spät kommt, aber unumgänglich war. Die moralische Fallhöhe für Politiker, die auch nur am Rande in Epsteins Netz verstrickt scheinen, ist enorm.
Und doch drängt sich in Deutschland angesichts solcher Enthüllungen eine beunruhigende Frage auf:
Wann wird der erste deutsche Prominente in den Epstein-Dokumenten auftauchen?
Bislang sind deutsche Namen nicht prominent auf den bisher bekannten Listen zu finden. Doch das Epstein-Netzwerk war global, gut vernetzt, reich und diskret. Geschäftsleute, Wissenschaftler, Politiker und Kulturschaffende aus aller Welt verkehrten in Epsteins Umfeld. Es erscheint daher nicht abwegig, dass auch deutsche Bekannte, Beklatschte oder Einflussreiche zumindest am Rande in Kontakt standen – oder gar mehr.
Die Akten werden weiter ausgewertet. Weitere Namen werden fallen. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann. Und wie lange man in gewissen Kreisen noch hoffen darf, nicht entdeckt zu werden.
Transparenz, Aufklärung und Konsequenzen sind jetzt wichtiger denn je – auch in Deutschland.
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