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Netflix im Visier konservativer US-Senatoren: Kulturkampf statt Kartellrecht

Tumisu (CC0), Pixabay
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Bei einer Anhörung des US-Senats am Dienstag zur geplanten 83-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Netflix geriet Co-CEO Ted Sarandos nicht nur wegen Kartell- und Verbraucherfragen unter Druck – sondern auch wegen der altbekannten Kulturkampf-Vorwürfe konservativer Politiker.

Statt sich ausschließlich auf wirtschaftliche und wettbewerbsrechtliche Aspekte zu konzentrieren, griffen mehrere republikanische Senatoren Netflix wegen angeblich zu „woker Inhalte“ und „transgender Ideologie“ an. Der Tonfall erinnerte stark an Aussagen rechter Influencer aus dem Umfeld von Ex-Präsident Donald Trump, die bereits im Vorfeld öffentlich Stimmung gegen die Fusion gemacht hatten.

„Wokester der Nation“?

Senator Eric Schmitt bezeichnete Netflix als Produzent des „wokesten Inhalts der Weltgeschichte“ und warf dem Unternehmen vor, „Kinder übersexualisiere“ und einseitig auf Diversität und Inklusion setze.

„Warum sollten wir einem solchen Monopol den Daumen hoch geben?“, fragte Schmitt.

Sarandos wies die Vorwürfe zurück: Netflix habe keine politische Agenda, sondern biete Inhalte „für alle Geschmäcker – von links bis rechts“. Nutzer könnten sich selbst ein Bild vom Angebot machen, indem sie durch das Programm stöbern.

Streit um Kinderinhalte

Besonders scharf griff Senator Josh Hawley das Unternehmen an. Er behauptete, „fast die Hälfte“ der Kinderprogramme auf Netflix enthalte „hochgradig sexualisierte, kontroverse Inhalte mit transideologischen Botschaften“. Einen Beleg für diese Zahl lieferte Hawley nicht. Die Aussagen spiegeln jedoch ein zuvor veröffentlichtes Anti-Netflix-Dossier eines konservativen Thinktanks wider.

Auch Senator Ted Cruz warnte, die Fusion würde „eine linke Propaganda-Plattform mit noch größerer Marktmacht“ schaffen – und verwies dabei auf Netflix’ Produktionsverträge mit Barack und Michelle Obama.

Netflix betont unterdessen, man wolle ein breites, politisch diverses Publikum ansprechen, um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. Doch der Kulturkampf rund um „Wokeness“ dürfte das Vorhaben der Fusion weiter politisch aufladen – vor allem mit Blick auf die bevorstehende Präsidentschaftswahl.

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