Auch nach der Pandemie setzen viele Amerikaner weiterhin auf zusätzliche Einkommensquellen. Der sogenannte „Side Hustle“ – also der Nebenjob – ist längst mehr als ein vorübergehender Trend: Er ist zu einem festen Bestandteil der amerikanischen Arbeitskultur geworden.
Laut einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des Karriereportals MyPerfectResume aus dem Oktober 2025 haben 72 % aller Berufstätigen in den USA mindestens eine Einkommensquelle neben dem Hauptberuf.
Was sind die beliebtesten Nebenverdienste?
Die fünf häufigsten Formen von Zusatzeinkommen sind laut der Umfrage:
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14 %: Freiberufliche Tätigkeiten („Gig Work“)
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14 %: Einnahmen aus Investitionen (z. B. Aktien oder Kryptowährungen)
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9 %: Einnahmen aus eigenen Kleinunternehmen
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9 %: Passives Einkommen (z. B. Mieteinnahmen oder Lizenzgebühren)
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4 %: Zweitjob bei einem anderen Arbeitgeber
Daten des US-Arbeitsministeriums zeigen zudem, dass die Zahl der Menschen mit mehreren Jobs seit Beginn der Pandemie kontinuierlich gestiegen ist – zuletzt auf 5,7 % im November 2025, dem höchsten Stand seit über 20 Jahren.
Inflation treibt den Trend an
Während die durchschnittlichen Löhne zwischen 2020 und 2024 um 18 % gestiegen sind, kletterte die Inflation im gleichen Zeitraum auf 21 % – das bedeutet: Viele Menschen können sich heute real weniger leisten als noch vor fünf Jahren.
„Das geht hier nicht um Luxus – viele kämpfen einfach darum, Miete und Essen zu bezahlen“, sagt Karrierecoach Jasmine Escalera von MyPerfectResume.
Zweitjobs als dauerhafte Realität
Die Ergebnisse des State of Secondary Income Report 2026 zeigen: Der Nebenjob ist gekommen, um zu bleiben. Über die Hälfte der Befragten gab an, auch 2026 weiterhin auf ihr Nebeneinkommen zu setzen. Ein Viertel glaubt sogar, dass Nebenjobs zukünftig die klassischen Gehaltserhöhungen ersetzen könnten.
Escalera bringt es auf den Punkt: „40 Stunden Arbeit pro Woche sollten eigentlich reichen. Aber jetzt heißt es: Erst Hauptjob, dann direkt weiter zum nächsten Gig.“
Jüngere Generationen treiben den Wandel
Laut einer separaten Umfrage von Bankrate (2025) sind besonders junge Menschen nebenberuflich aktiv:
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34 % der Generation Z
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31 % der Millennials
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23 % der Generation X
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22 % der Babyboomer
Die Tätigkeiten reichen von Essenslieferung über Nachhilfe, Hundesitting bis zu Freelance-Schreiben. Im Schnitt bringt ein Nebenjob rund 200 Dollar pro Monat ein.
Zwei Beispiele:
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Vivian Ezugwu, eine Krankenschwester der Gen Z aus New York, übernimmt nebenbei Schichten als Schulkrankenschwester.
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Martin de Anda aus Los Angeles verteilt nach seinem Bürojob Flyer – und denkt darüber nach, diesen Nebenjob zum Hauptjob zu machen.
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