Namibia hat dem Satelliteninternet-Anbieter Starlink eine Betriebserlaubnis verweigert. Die Entscheidung stellt einen weiteren Rückschlag für das Unternehmen von Elon Musk in Südafrika und der Region dar.
Die Kommunikationsaufsicht des Landes (CRAN) bestätigte, dass der Antrag abgelehnt wurde. Konkrete Gründe nannte die Behörde nicht, verwies jedoch darauf, dass die namibische Starlink-Tochter nicht die erforderlichen lokalen Eigentumsanteile erfülle.
Nach geltendem Recht müssen Telekommunikationsunternehmen in Namibia mehrheitlich – mindestens zu 51 Prozent – in lokalem Besitz sein. Diese Regelung ist Teil politischer Maßnahmen, die nach der Unabhängigkeit 1990 eingeführt wurden, um wirtschaftliche Ungleichheiten zu reduzieren und die Beteiligung einheimischer Unternehmen zu stärken.
Zweiter Rückschlag in der Region
Für Starlink ist es bereits das zweite größere Hindernis im südlichen Afrika. Auch in Südafrika scheiterte das Unternehmen bislang an ähnlichen Vorgaben zur lokalen Beteiligung.
Die namibische Regulierungsbehörde hatte bereits im Jahr 2024 gegen Starlink vorgegangen und dem Unternehmen vorgeworfen, ohne Lizenz tätig gewesen zu sein. Gleichzeitig wurden Verbraucher gewarnt, entsprechende Geräte zu erwerben oder Dienste zu nutzen.
Starlink selbst hat sich bislang nicht öffentlich zur aktuellen Entscheidung geäußert. Auf seiner Website betont das Unternehmen jedoch, dass man mit lokalen Partnern zusammenarbeiten und Arbeitsplätze schaffen wolle.
Kritik an gesetzlichen Vorgaben
Elon Musk hatte in der Vergangenheit insbesondere die südafrikanischen Vorschriften zur wirtschaftlichen Beteiligung kritisiert und diese als diskriminierend bezeichnet. Regierungen der Region weisen solche Vorwürfe zurück und betonen, dass ausländische Unternehmen willkommen seien – sofern sie die lokalen Gesetze einhalten.
Tatsächlich sind zahlreiche internationale Konzerne in Südafrika aktiv und erfüllen die entsprechenden Anforderungen.
Internet für abgelegene Regionen
Starlink bietet Internetzugang über ein Netzwerk von Satelliten und richtet sich vor allem an Nutzer in ländlichen oder abgelegenen Gebieten ohne stabile Breitbandversorgung. In Afrika ist der Dienst bereits in rund 25 Ländern verfügbar.
Ob Starlink in Namibia doch noch eine Zulassung erhält, ist offen. Die Regulierungsbehörde kann ihre Entscheidung innerhalb von 90 Tagen überprüfen oder auf Antrag neu bewerten.
Fazit
Der Fall zeigt die Spannungen zwischen global agierenden Technologieunternehmen und nationalen Regulierungen. Während Starlink auf Expansion setzt, pochen Staaten wie Namibia auf wirtschaftliche Teilhabe und lokale Kontrolle – ein Konflikt, der auch in Zukunft bestehen bleiben dürfte.
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