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Nach Muellers Tod: Trumps Reaktion löst parteiübergreifend Empörung aus Nach dem Tod des früheren FBI-Direktors und Sonderermittlers Robert Mueller

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay
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Nach dem Tod des früheren FBI-Direktors und Sonderermittlers Robert Mueller sorgt ausgerechnet die Reaktion von Donald Trump für heftige Kritik – auch aus den eigenen Reihen.

Mueller, der die Ermittlungen zur möglichen russischen Einflussnahme auf die US-Wahl 2016 leitete, starb im Alter von 81 Jahren nach längerer Parkinson-Erkrankung. Während Politiker beider Parteien und Weggefährten seinen Dienst würdigten, reagierte Trump mit scharfen Worten: „Gut, ich bin froh, dass er tot ist. Er kann keine unschuldigen Menschen mehr verletzen“, schrieb der Präsident auf seiner Plattform Truth Social.

Scharfe Kritik – auch von Republikanern

Die Äußerung löste umgehend eine Welle der Empörung aus. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, sprach den Angehörigen Muellers sein Beileid aus und warf Trump zugleich vor, gezielt zu provozieren, um von politischen Problemen abzulenken.

Doch auch aus dem republikanischen Lager kam deutliche Kritik. Der frühere Vorsitzende des Republican National Committee, Michael Steele, nannte Trump einen „abstoßenden und würdelosen Menschen“. Der republikanische Abgeordnete Don Bacon sprach von „falschem und unchristlichem Verhalten“.

Der Demokrat Seth Moulton formulierte es knapper: „Egal, ob man den Präsidenten unterstützt oder nicht – dieser Kommentar ist widerlich.“

Gleichzeitig erhielt Trump Rückendeckung von einigen Verbündeten. Aktivistin Laura Loomer erklärte, man müsse „nicht traurig sein, wenn schlechte Menschen sterben“. Trumps langjähriger Vertrauter Roger Stone schrieb, Mueller müsse sich nun „einem höheren Gericht“ stellen.

Ein Konflikt mit Vorgeschichte

Die Feindschaft zwischen Trump und Mueller reicht Jahre zurück. Mueller leitete als Sonderermittler die Untersuchung zur Russland-Affäre und kam 2019 zu dem Schluss, dass Moskau versucht hatte, die Wahl zugunsten Trumps zu beeinflussen. Beweise für eine direkte Zusammenarbeit zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland wurden jedoch nicht gefunden.

Trump bezeichnete die Ermittlungen stets als „Hexenjagd“ und machte politische Gegner, darunter das Umfeld von Ex-Präsident Barack Obama, dafür verantwortlich.

Mueller selbst verteidigte seine Arbeit bis zuletzt. In einem Gastbeitrag betonte er, die Untersuchung sei notwendig gewesen, um eine Bedrohung der amerikanischen Demokratie aufzuklären. Die Ermittler hätten „ausschließlich auf Grundlage von Fakten und Recht“ gehandelt.

Langjährige Karriere im Staatsdienst

Mueller war von 2001 bis 2013 Direktor des FBI und genoss parteiübergreifend hohes Ansehen für seine Professionalität und Integrität. Ein ehemaliger Kollege sprach von einem Mann, der „Besseres verdient hätte“ als die Reaktion des Präsidenten.

Seine Familie bat nach seinem Tod um Privatsphäre. Bereits 2021 war bei ihm Parkinson diagnostiziert worden, wenig später zog er sich aus dem Berufsleben zurück.

Politischer Streit über den Tod hinaus

Selbst nach seinem Tod bleibt Mueller eine polarisierende Figur. Während viele ihn als Verteidiger rechtsstaatlicher Prinzipien würdigen, sehen Kritiker in ihm eine Symbolfigur für politisch motivierte Ermittlungen.

Trumps Reaktion hat diesen Graben noch einmal deutlich sichtbar gemacht – und eine Debatte ausgelöst, die weit über den Anlass hinausgeht.

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