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Nach dem Inferno in Crans-Montana liegen die Nerven blank

geralt (CC0), Pixabay
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«Hören Sie auf zu filmen!» – Reporter vor Bar massiv bedroht

Nach dem verheerenden Brand mit 40 Todesopfern und rund 120 Verletzten in Crans-Montana eskaliert nun auch die Stimmung auf offener Strasse. Ein Reporter wird bei der Berichterstattung vor einem der Lokale, die mit dem Betreiber der Unglücksbar in Verbindung stehen, massiv angegangen. Die Situation wirft unangenehme Fragen auf – auch über mögliche Mitverantwortung innerhalb des Mitarbeiterkreises.

Es ist Sonntagvormittag in einer Nachbargemeinde von Crans-Montana. Vor einem der Lokale, die dem Umfeld des Barbetreibers zugeordnet werden, ist es zunächst ruhig. An der Tür hängt ein Schild mit dem Hinweis auf eine ausserordentliche Schliessung. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch an jenem Ort, wo die Tragödie vor wenigen Tagen ihren Ausgang nahm.

Aus Konfrontation wird Einschüchterung

Während ein Reporter das Geschehen aus sicherer Entfernung dokumentiert, tauchen plötzlich mehrere Männer auf – mit ernster Miene und deutlich gereizter Haltung. Ohne Gesprächsbereitschaft, dafür mit aggressivem Ton: „Hier wird nicht gefilmt, klar?“ Der Versuch einer Erklärung oder Vorstellung wird sofort unterbunden.

Mindestens einer der Männer arbeitet nachweislich in einem der Lokale. Dass er offenbar nicht nur bedient, sondern auch einschüchtert, lässt tief blicken – und weckt Fragen: Wer innerhalb des Teams wusste von den Missständen in der Bar? Wer könnte mitverantwortlich sein?

Auch ein weiterer Journalist wird brüsk zurückgewiesen. Am Ende flüchtet sich die Gruppe wieder ins Innere des Restaurants – nicht ohne vorher noch wüste Beleidigungen loszuwerden: „Ihr seid nur Scheisse – das ist alles, was ihr seid!“, schleudert eine Frau den Reportern entgegen.

Der Betreiber bleibt im Hintergrund – das Misstrauen wächst

Während all dies geschieht, wird im Hintergrund das Lokal geöffnet. Kurz taucht eine Figur auf, die mit dem Betrieb in Verbindung gebracht wird – dann verschwindet sie im Inneren. Am Fenster postiert sich wenig später ein stämmiger Mann, der mit verschränkten Armen hinausblickt. Offenbar will man keine weiteren Fragen.

Doch genau die drängen sich immer mehr auf: Wer trägt Mitverantwortung für das, was in der Bar geschehen ist – und für das, was dort möglicherweise ignoriert wurde?

Die Behörden haben eine Strafuntersuchung eröffnet. Auch eine Zivilklage wurde eingereicht. Die Rede ist von voller Kooperation. Doch die aggressive Haltung gegenüber der Presse lässt daran zweifeln.

Wer wusste was – und wann?

Der Vorwurf steht im Raum, dass es gravierende Sicherheitsmängel gab – womöglich über Jahre hinweg. Es kursieren Hinweise auf brennbaren Schaumstoff in den Wänden, auf riskante Umbauten und zu wenige Kontrollen. All das hätte nie geschehen dürfen – und war vermutlich kaum alleinige Entscheidung einer einzelnen Person.

Wer aus dem Mitarbeiterumfeld trug Verantwortung? Wer könnte bald ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden?

Die Eskalation vor dem Lokal ist nicht nur ein Angriff auf die Pressefreiheit. Sie ist vor allem ein unübersehbares Zeichen dafür, wie angespannt die Lage ist – und wie dringend Aufklärung jetzt notwendig ist.

Denn die entscheidende Frage bleibt: Was wurde verschwiegen – und von wem?

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