Knapp drei Monate nach dem Amoklauf in Graz hat die österreichische Bundesregierung eine umfassende Reform des Waffenrechts auf den Weg gebracht. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sprach von der „umfangreichsten Novelle des Waffengesetzes seit 30 Jahren“. Ziel sei es, den Zugang zu Schusswaffen stärker zu regulieren und damit die öffentliche Sicherheit zu erhöhen.
Höheres Mindestalter für Waffenbesitz
Der Gesetzentwurf sieht vor, das Mindestalter für den Besitz von Schusswaffen deutlich anzuheben:
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Pistolen und Revolver dürfen künftig erst ab 25 Jahren erworben werden (bisher 21).
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Langwaffen wie Gewehre sind nur noch ab 21 Jahren erlaubt (bisher 18).
Darüber hinaus soll auch für Langwaffen künftig eine Waffenbesitzkarte verpflichtend sein.
Reaktion auf Graz
Der Schritt folgt auf den Amoklauf in Graz, bei dem ein 27-jähriger Täter mehrere Menschen tötete und zahlreiche weitere verletzte. Der Fall hatte in Österreich eine breite Debatte über den Zugang zu Waffen ausgelöst.
Politische Bedeutung
Mit der Reform setzt die Regierung ein deutliches Signal: Strengere Altersgrenzen und eine engere Kontrolle sollen verhindern, dass junge Erwachsene ohne ausreichende Reife oder Kontrolle Zugriff auf Schusswaffen haben. Innenminister Karner betonte, es gehe darum, „Sicherheitslücken zu schließen und den Waffenbesitz verantwortungsvoller zu regeln“.
Kritik und Diskussion
Befürworter sehen in der Novelle einen wichtigen Schritt, um Missbrauch zu verhindern und die Zahl illegal genutzter Waffen zu verringern. Kritiker hingegen warnen vor einer pauschalen Einschränkung für legale Waffenbesitzer und fordern, die Bekämpfung des illegalen Waffenhandels stärker in den Fokus zu rücken.
Ausblick
Das neue Waffengesetz soll noch in diesem Jahr beschlossen werden. Österreichs Regierung macht damit deutlich, dass sie auf sicherheitspolitische Herausforderungen mit restriktiveren Regeln reagiert – ein Trend, der sich auch in anderen europäischen Staaten beobachten lässt.
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