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Musk droht Apple mit Klage – Vorwurf der Benachteiligung von X und KI-Diensten

Mr_HZ (CC0), Pixabay
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Tech-Milliardär Elon Musk hat den US-Konzern Apple scharf attackiert und mit einer Klage gedroht. In mehreren Beiträgen auf seiner Plattform X (ehemals Twitter) warf er Apple Diskriminierung seiner Anwendungen vor. Konkret geht es um die App von X sowie den von Musks KI-Unternehmen xAI entwickelten Grok-Chatbot, die nach seinen Angaben nicht in die redaktionell erstellten Empfehlungslisten im App Store aufgenommen werden.

Diese Empfehlungslisten, die von Apple-Mitarbeitern kuratiert werden, gelten als besonders einflussreich: Sie erhöhen die Sichtbarkeit von Apps erheblich und können deren Downloadzahlen und Platzierungen in den Charts maßgeblich beeinflussen. Musk behauptet, dass diese Praxis dazu führe, dass keine andere KI-Anwendung außer ChatGPT die Spitzenplätze in den Download-Charts erreichen könne.

Laut Musk begünstige Apple damit gezielt den ChatGPT-Entwickler OpenAI – ein Unternehmen, mit dem Apple seit Kurzem eine strategische Kooperation eingegangen ist. Apple hatte angekündigt, ChatGPT in bestimmte iOS-Funktionen zu integrieren. Musk sieht darin eine Form der wettbewerbsverzerrenden Bevorzugung und wirft Apple vor, damit den Marktzugang für konkurrierende KI-Anbieter künstlich zu erschweren.

Musk kündigte an, dass seine KI-Firma xAI rechtliche Schritte einleiten werde, um Apple zu einer gleichberechtigten Behandlung aller Apps zu zwingen. Ziel sei es, die Empfehlungsmechanismen im App Store transparent zu machen und zu verhindern, dass ein einzelner Anbieter von Apple bevorzugt werde.

Die Auseinandersetzung reiht sich in eine Serie von Konflikten Musks mit großen Tech-Konzernen ein. Bereits in der Vergangenheit hatte er Apple wegen hoher App-Store-Gebühren (bis zu 30 %), restriktiver Zulassungsbedingungen und mangelnder Transparenz kritisiert. Auch politisch nutzt Musk das Thema, um sich als Kämpfer gegen die Marktmacht weniger großer Plattformbetreiber zu inszenieren.

Rechtliche Dimension:
Fachleute sehen Parallelen zu laufenden und abgeschlossenen Kartell- und Wettbewerbsverfahren gegen Apple in den USA und der EU. In der EU gilt seit März 2024 der Digital Markets Act (DMA), der marktbeherrschenden Plattformen wie Apple strengere Regeln für Fairness und Transparenz auferlegt. Sollten Musks Vorwürfe zutreffen, könnten sie in diesen regulatorischen Kontext fallen. In den USA hingegen ist die Rechtslage komplexer: Apple könnte sich darauf berufen, dass redaktionelle Empfehlungen eine kuratierte Auswahl darstellen und nicht der Pflicht zu neutraler Gleichbehandlung unterliegen.

Wirtschaftliche Tragweite:
Für Musk steht mehr auf dem Spiel als nur die Platzierung seiner Apps. X ist nach dem Rückgang der Werbeeinnahmen stärker auf App-Store-Wachstum und Premium-Abonnements angewiesen. Auch für xAI ist der Zugang zu einer großen Nutzerbasis entscheidend, um mit etablierten KI-Anbietern wie OpenAI, Google DeepMind oder Anthropic mithalten zu können.

Ob es tatsächlich zu einer Klage kommt, bleibt offen. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Musk den öffentlichen Druck zunächst nutzen will, um Apple politisch und wirtschaftlich unter Druck zu setzen – insbesondere in einer Phase, in der der Konzern weltweit verstärkt unter regulatorischer Beobachtung steht.

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