Im Münsterland ist ein 77 Jahre alter Mann Opfer einer ausgeklügelten Online-Betrugsmasche geworden. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei begann der Kontakt, als der Senior im Internet auf ein vermeintlich seriöses Anlageangebot stieß. Die Täter präsentierten sich als erfahrene Finanzberater, verwiesen auf angebliche Erfolge mit ähnlichen Kunden und lockten mit hohen, schnellen Renditen.
Die Betrüger nutzten eine täuschend echt gestaltete Website, die den Eindruck einer etablierten Investmentfirma erweckte. Dort fanden sich gefälschte Zertifikate, frei erfundene Unternehmensdaten und angebliche Referenzen. Um das Vertrauen des Opfers zu gewinnen, führten die Täter zunächst mehrere Telefonate und E-Mail-Korrespondenzen, bei denen sie Fachbegriffe, Finanzcharts und scheinbar fundierte Marktanalysen einsetzten.
Der 77-Jährige ließ sich überzeugen und überwies zunächst einen kleineren Betrag, um die Anlage „auszuprobieren“. Kurz darauf erhielt er Zugriff auf ein Online-Portal, in dem ihm fiktive Kursgewinne und stetig wachsende Kontostände angezeigt wurden. Diese angeblichen Gewinne sollten ihn zu weiteren Einzahlungen bewegen – eine gängige Methode bei sogenannten „Investment-Scams“.
Im weiteren Verlauf forderten die Täter immer wieder zusätzliche Überweisungen, angeblich für Steuern, Transfergebühren oder die Freischaltung von Auszahlungen. Der Senior zahlte über Wochen hinweg eine beträchtliche Summe ein, bis ihm schließlich Zweifel kamen. Als er eine Auszahlung verlangte, brach der Kontakt zu den „Beratern“ ab. Erst da wurde ihm klar, dass er einem Betrug aufgesessen war.
Die Polizei warnt eindringlich vor derartigen Maschen. Insbesondere ältere Menschen seien häufig Ziel solcher Angriffe, da Täter auf ihre Lebenserfahrung und ihr Erspartes spekulieren. Typische Warnsignale seien unrealistische Gewinnversprechen, Drängen zu schnellen Entscheidungen, wiederholte Nachforderungen von Gebühren und die Weigerung, persönlich zu erscheinen.
Ermittler raten, bei Finanzangeboten aus dem Internet stets skeptisch zu bleiben, die Identität von Anbietern unabhängig zu überprüfen, niemals Geld an unbekannte Empfänger zu senden und im Zweifel Rücksprache mit der Hausbank oder der Polizei zu halten. Zudem sollte jeder Verdachtsfall umgehend gemeldet werden, um andere potenzielle Opfer zu schützen.
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