Mexikanische Behörden haben Motorräder im Gesamtwert von 40 Millionen US-Dollar beschlagnahmt, die dem ehemaligen kanadischen Olympia-Snowboarder Ryan Wedding gehören sollen. Wedding steht auf der Liste der zehn meistgesuchten Personen des FBI und wird verdächtigt, ein weitreichendes Drogenimperium in Nordamerika aufgebaut zu haben.
Laut FBI erfolgten die Sicherstellungen im Rahmen mehrerer Razzien in Zusammenarbeit mit der Royal Canadian Mounted Police und dem Los Angeles Police Department. Die beschlagnahmten Motorräder umfassen zahlreiche seltene Rennmodelle, darunter offenbar viele Ducatis, wie auf veröffentlichten Bildern zu sehen ist.
Erst im Vormonat hatten die Behörden bereits einen seltenen Mercedes-Hypercar im Wert von 13 Millionen Dollar sichergestellt, der Wedding zugeschrieben wird.
Vier Objekte durchsucht – auch Kunst und Drogen beschlagnahmt
Die Durchsuchungen fanden in vier Immobilien in Mexiko-Stadt und Umgebung statt, wie aus einer Mitteilung mexikanischer Behörden hervorgeht.
Neben den 62 Motorrädern wurden auch luxuriöse Kunstwerke, Drogen sowie zwei olympische Goldmedaillen gefunden. Unklar ist, wem die Medaillen gehören – Wedding selbst hatte bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City für Kanada teilgenommen, belegte jedoch lediglich den 24. Platz im Parallel-Riesenslalom.
Drogenboss unter Kartellschutz?
Laut US-Ermittlern befindet sich Wedding derzeit vermutlich unter dem Schutz eines mexikanischen Drogenkartells. Sein Name wird inzwischen in einem Atemzug mit berüchtigten Drogenbossen wie Pablo Escobar oder „El Chapo“ Guzmán genannt.
Wedding steht auf der Top-10-Liste der meistgesuchten Personen des FBI. Für Hinweise, die zu seiner Festnahme führen, ist eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar ausgesetzt.
Vom Profisportler zum mutmaßlichen Drogenboss
Der Fall Wedding ist besonders brisant, da er einst im Rampenlicht des internationalen Sports stand. Nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe wegen Kokainhandels in den USA wurde er 2011 entlassen – kurz darauf soll er laut Ermittlern sein kriminelles Netzwerk aufgebaut haben.
Wedding wird zudem vorgeworfen, weltweit Dutzende Morde in Auftrag gegeben zu haben – darunter in den USA, Kanada und Lateinamerika. Weitere Anklagepunkte sind Zeugenmanipulation, Geldwäsche und Drogenhandel.
Der 42-Jährige soll unter verschiedenen Aliasnamen agiert haben, darunter „El Jefe“, „Giant“, „Public Enemy“, „James Conrad King“ und „Jesse King“.
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