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Milliardär Les Wexner nennt sich im Epstein-Skandal „naiv“ und „hereingelegt“

CharlesRondeau (CC0), Pixabay
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Der US-Milliardär Les Wexner hat vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses eingeräumt, im Umgang mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein „naiv, töricht und leichtgläubig“ gewesen zu sein. In einer nicht öffentlichen Anhörung am Mittwoch erklärte der frühere Vorstandschef des Lingerie-Konzerns Victoria’s Secret, er sei von Epstein „betrogen“ worden und dieser habe seiner Familie „gewaltige Geldsummen“ entzogen.

Wexner sagte zu Beginn seiner Aussage vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses, er habe Epstein als Finanzberater vertraut – ein Fehler, wie er heute wisse. „Er war ein Hochstapler“, heißt es in seiner veröffentlichten Eingangsstellungnahme. „Auch wenn ich hereingelegt wurde: Ich habe nichts Unrechtes getan und nichts zu verbergen.“

Vorwurf: Schlüsselrolle beim Vermögensaufbau Epsteins

Der 88-jährige Unternehmer war von Abgeordneten vorgeladen worden, nachdem tausende Dokumente im Zusammenhang mit Epsteins Vergehen veröffentlicht worden waren. Kritiker werfen Wexner vor, durch weitreichende finanzielle Vollmachten maßgeblich dazu beigetragen zu haben, dass Epstein seinen enormen Reichtum aufbauen konnte – der wiederum die Grundlage für dessen Netzwerk und mutmaßliche Straftaten gewesen sei.

Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia erklärte nach der Anhörung: „Ohne die Unterstützung von Les Wexner hätte es keine Epstein-Insel, kein Epstein-Flugzeug und kein Geld gegeben, um Frauen und Mädchen zu missbrauchen. Epstein wäre ohne ihn nicht der wohlhabende Mann gewesen, der er war.“

An der nicht öffentlichen Anhörung nahmen ausschließlich demokratische Abgeordnete teil; republikanische Mitglieder entsandten lediglich Mitarbeiter.

„Keine Kenntnis von illegalen Handlungen“

Wexners Sprecher betonte gegenüber Medien, der Unternehmer habe „jede Frage ehrlich beantwortet“ und bekräftigt, „keine Kenntnis von Epsteins illegalem Verhalten gehabt und sich auch nicht daran beteiligt“ zu haben.

In seiner Erklärung sagte Wexner zudem, seine Beziehung zu Epstein sei begrenzt gewesen. Er räumte allerdings ein, Epsteins Privatinsel einmal für „einige Stunden“ gemeinsam mit seiner Familie besucht zu haben.

Die Verbindung zwischen beiden Männern reicht bis in die 1980er Jahre zurück. Wexner erklärte mehrfach, er habe den Kontakt abgebrochen, nachdem Epstein in Florida wegen Sexualdelikten angeklagt worden war. Später habe er festgestellt, dass Epstein „enorme Geldbeträge“ veruntreut habe – ein Vorwurf, den er nun erneut bekräftigte.

FBI-Dokumente und politische Debatte

In einem FBI-Dokument aus dem Jahr 2019 wurde Wexner als möglicher Mitverschwörer („potential co-conspirator“) bezeichnet, allerdings ohne dass jemals Anklage gegen ihn erhoben wurde. Ein weiteres Dokument sprach lediglich von „begrenzten Belegen“ für eine Beteiligung.

Der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche erklärte zuvor, Wexners Name tauche „tausendfach“ in den Akten auf. Wexners Anwälte halten dem entgegen, ein zuständiger Staatsanwalt habe ihrem Mandanten bereits 2019 mitgeteilt, dass er als Informationsquelle betrachtet werde – nicht als Beschuldigter. Wexner habe vollständig kooperiert und sei danach nicht mehr kontaktiert worden.

Mit seiner Aussage vor dem Kongress wolle er „die Dinge richtigstellen“, so Wexner. Ob die Anhörung weitere politische oder strafrechtliche Konsequenzen haben wird, ist derzeit offen.

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