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Mickrige Zinsen bei den Sparkassen

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In der Welt der Münchner Stadtsparkasse, wo majestätische Löwen die Pforten bewachen, scheinen die Zinsen für Tagesgeld eher einer Mäuseversammlung zu gleichen – klein und eher unauffällig. Mit einem stolzen Zinssatz von 1 Prozent, Stand 3. April 2024, könnten die Sparkassenkunden vermutlich mehr Glück beim Finden von verlorenen Cent-Stücken auf der Straße haben. Im Schnitt schaffen es die Sparkassen, ihren Kunden einen Zins von 0,63 Prozent zu gewähren, was in der Welt der Finanzen wohl eher ein Gähnen als Begeisterungsstürme auslöst. Es gibt sogar eine mutige Schar unter ihnen, die ihren Sparern praktisch einen Luftkuss sendet – mit Zinsen, die im Bereich von „fast nichts“ bis „ein Viertelprozent“ liegen.

Während die Europäische Zentralbank die Nullzinspolitik in die Geschichtsbücher verbannt hat, wirken die Sparkassenzinsen, als hätten sie das Memo nicht bekommen. In einer Parallelwelt jedoch, dem Universum der anderen Banken, erleben die Zinsen für Tagesgeld eine Renaissance, mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 1,76 Prozent. Einige Überflieger unter den Banken locken sogar mit 3,4 Prozent, was die Tagesgeldzinsen der Sparkassen aussehen lässt wie den kleinen Bruder, der beim Basketball immer als Letzter gewählt wird.

Falls jemand 10.000 Euro in die Obhut einer solchen Bank gibt, könnte er am Ende der Laufzeit genug zusätzlichen Zins erwirtschaften, um sich ein opulentes Festmahl (oder zumindest ein paar ordentliche Pizzen) zu gönnen, im Vergleich zu dem, was die Sparkasse auf den Tisch legt.

Oliver Maier von Verivox schaut auf diese Zinslandschaft und kratzt sich verwundert am Kopf. „Nicht einmal ein Prozent?“, fragt er rhetorisch, während er sich vorstellt, wie die Banken ihre Kunden mit Sparbüchsen an der Zentralbank parken, um sich selbst satte vier Prozent zu sichern.

Die Sparkassen, indes, zaubern einen neuen Trick aus dem Hut: „Vergesst das Tagesgeld!“, rufen sie und schwenken dabei ihre Zauberstäbe, „Schaut her, wie glänzend und verlockend die Festgelder und Wertpapiere sind!“ Doch bei der Verbraucherzentrale Bayern entlockt dieser Trick eher ein Stirnrunzeln als Beifall. ETFs, so die Kritik, sind zwar chic, aber ein guter alter Sparstrumpf hat auch seinen Charme, besonders wenn der Aktienmarkt Zicken macht.

Verivox zwinkert den Sparern zu und flüstert: „Wartet nicht auf die Sparkassen, die Zinsparty findet anderswo statt.“ Und in dieser verrückten Zinsachterbahn könnte es sich lohnen, ein zusätzliches Konto bei den Banken zu eröffnen, die großzügiger sind. Denn wer weiß – vielleicht gibt’s am Ende genug Zinsen für ein T-Shirt mit dem Aufdruck: „Meine andere Bank ist eine Sparkasse“.

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