Startseite Allgemeines Michael Pickett – Der neue Hoffnungsträger der Polizei in Birmingham
Allgemeines

Michael Pickett – Der neue Hoffnungsträger der Polizei in Birmingham

geralt (CC0), Pixabay
Teilen

Michael Pickett ist nicht nur der jüngste Polizeichef in der Geschichte Birminghams – er ist auch ein Gesicht des modernen amerikanischen Polizeiwesens. Mit 40 Jahren steht er an der Spitze einer Polizei, die nicht nur mit Gewaltverbrechen kämpft, sondern auch mit dem tief verwurzelten Misstrauen vieler Bürger gegenüber der Institution.

Pickett, der in den 80er- und 90er-Jahren im Westen Birminghams aufwuchs, kennt die Vorurteile gegenüber der Polizei – aus Erzählungen seiner Familie und aus der Geschichte der Stadt. Hier schrieb Martin Luther King Jr. seinen berühmten „Brief aus dem Gefängnis von Birmingham“. Hier demonstrierten einst Bürgerrechtler – und wurden von Polizisten mit Hunden und Wasserwerfern attackiert.

Dass Pickett heute in Uniform durchs Viertel läuft, ist auch dem Einfluss eines Mentors zu verdanken: Officer Victor „Coach Vic“ Langford, der ihn als junger Mann zur Polizeiprüfung motivierte. 2004 trat Pickett in den Dienst ein – und stieg 2024 zum Polizeichef auf.

Kriminalität halbiert – aber der Job ist noch nicht getan

2024 verzeichnete Birmingham das tödlichste Jahr seiner Geschichte mit 139 Morden. Unter Picketts Führung sank die Zahl der Tötungsdelikte im Folgejahr um über 50 Prozent. In seiner ersten Amtszeit setzte er auf Community Policing, also den Aufbau echter Beziehungen zur Bevölkerung.

„Wer aus der Community kommt, versteht sie auch“, sagt Pickett. Deshalb will er möglichst viele Beamte aus Birmingham selbst rekrutieren – mit Erfolg: 2025 verzeichnete das Polizeirevier seine größte Rekrutierungswelle aller Zeiten mit über 200 neuen Polizisten.

Zwischen TikTok-Hype und harter Realität

Ein Video des Magazins Essence machte Pickett im Netz bekannt – nicht nur für seine Erfolge, sondern auch wegen seines Auftretens. Doch der Chief bleibt fokussiert: „Mein Ziel ist es nicht, viral zu gehen, sondern Birmingham sicherer zu machen.“

Er besucht Tatorte, spricht mit Angehörigen, ist auf Social Media aktiv – und hat nach acht Jahren Pause das polizeiliche Sportprogramm für Jugendliche wiederbelebt, um Vertrauen aufzubauen.

Trotz seines Erfolgs gibt es laut Experten keine klare Kausalität zwischen Community Policing und Kriminalitätsrückgang. Doch Pickett setzt auf Dialog und Präsenz. Für ihn zählt, was bleibt: Sicherheit, Vertrauen und Respekt – gerade in einer Stadt mit schwieriger Geschichte.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Trump bekräftigt: USA „brauchen“ Grönland – Spannungen mit Dänemark wachsen

Kurz vor einem hochrangigen Treffen zwischen der US-Regierung und dänischen Regierungsvertretern hat...

Allgemeines

Geheimes Rechtsgutachten: Trump sei bei Maduro-Operation weder durch US-Recht noch Völkerrecht gebunden gewesen

Ein als geheim eingestuftes Rechtsgutachten des US-Justizministeriums kommt zu dem Schluss, dass...

Allgemeines

Rechtsexperte: Klagen von Minnesota und Illinois gegen Bund wegen ICE-Einsätzen „nahezu völlig unbegründet“

Während Bundesbehörden in den vergangenen Monaten ihre Einwanderungsoperationen in Städten wie Chicago,...

Allgemeines

Powell

Innerhalb der Trump-Regierung wächst der Frust über die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Notenbankchef...