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Mexiko kündigt neue Schutzzölle an – bis zu 50 Prozent auf Importwaren

mediosaudiovisuales (CC0), Pixabay
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Die mexikanische Regierung hat Pläne vorgestellt, die ein deutliches Signal in Richtung internationaler Handelspolitik senden: Künftig sollen zahlreiche Importgüter mit hohen Schutzzöllen belegt werden. Ziel sei es, die heimische Industrie vor den Folgen der aktuellen US-Handelspolitik sowie der starken Konkurrenz aus Asien zu bewahren.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums sollen die neuen Abgaben bis zu 50 Prozent betragen und auf rund 1.500 verschiedene Produkte angewendet werden. Besonders betroffen sind Autos, Autoteile, Stahl und Aluminium – zentrale Branchen, die in Mexiko sowohl für den Binnenmarkt als auch für den Export eine große Rolle spielen.

USA und EU ausgenommen

Während sich die neuen Zölle vor allem gegen Importe aus Ländern ohne Freihandelsabkommen richten, sind die USA und die Europäische Union ausdrücklich ausgenommen. Mexiko ist eng mit beiden Wirtschaftsräumen durch Abkommen verbunden – insbesondere mit den Vereinigten Staaten über das USMCA, dem Nachfolgeabkommen von NAFTA.

Die Maßnahmen betreffen vor allem Länder wie China, Indien und Russland, die in den vergangenen Jahren ihre Exporte nach Mexiko ausgebaut haben und dabei zunehmend in Konkurrenz zur mexikanischen Industrie getreten sind.

Schutzmaßnahme gegen Wettbewerbsdruck

Die mexikanische Regierung argumentiert, dass die hohen Zölle notwendig seien, um Arbeitsplätze und Produktionskapazitäten im eigenen Land zu sichern. Besonders im Automobil- und Stahlsektor habe der Preisdruck aus Asien spürbar zugenommen.

Gleichzeitig will Mexiko verhindern, dass die eigene Industrie durch die Auswirkungen der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China in Mitleidenschaft gezogen wird. Bereits in der Vergangenheit hatten internationale Unternehmen versucht, Mexiko als Umgehungsstandort für US-Strafzölle zu nutzen.

Reaktionen aus der Wirtschaft

Unternehmen und Branchenverbände in Mexiko begrüßten die Ankündigung teilweise, warnten jedoch auch vor möglichen Preissteigerungen für Verbraucher und vor Gegenmaßnahmen der betroffenen Länder. Ob die Zölle langfristig die gewünschte Schutzwirkung entfalten, ist noch unklar.

Die mexikanische Regierung will die Maßnahmen in den kommenden Wochen konkretisieren und anschließend in Kraft setzen.

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