Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Bürgerinnen und Bürger heute mal wieder auf „tiefgreifende Reformen“ eingestimmt. Welche genau? Nun ja – das blieb wie immer im Dunkeln. Stattdessen gab es die ganz große Rhetorik: „Es geht um die Zukunft unseres Landes – wie wir leben, wie wir zusammenleben, wie wir arbeiten, wie wir wirtschaften…“
Kurz gesagt: um alles. Kein kleiner Anspruch für eine Rede im Bundestag.
Zuvor hatte Alice Weidel (AfD) Merz vorgeworfen, Wahlversprechen gebrochen und Kriegstreiberei in der Ukraine betrieben zu haben. Doch Merz dachte sich offenbar: Don’t feed the troll. Keine Reaktion, keine Pointe – einfach ignorieren.
Innen- und Außenpolitik? Schnee von gestern
Merz erklärte, dass die Trennung von Innen- und Außenpolitik nicht mehr zeitgemäß sei. Schließlich müsse man ja gleichzeitig Renten sichern und Putin stoppen – ein Spagat, der politisch ungefähr so elegant wirkt wie ein CDU-Tanzkurs.
Putin teste schon jetzt die Grenzen, sabotierte, spioniere, morde und verunsichere, so Merz. Der Subtext: „Und falls Ihnen das alles zu abstrakt ist – stellen Sie sich einfach vor, er sitzt unter Ihrem Bett.“
Herbst der Reformen – mit leerem Blatt Papier
Der „Herbst der Reformen“ sei längst eingeläutet, sagte Merz. Was das konkret heißt? Gute Frage. Renten, Gerechtigkeit, Generationenvertrag – große Wörter flogen durch den Plenarsaal, aber keine einzige Maßnahme.
Immerhin: Merz versprach, dass die Jungen nicht die gesamte Last tragen sollen, die Alten ihren Lebensabend genießen können und der Generationenvertrag irgendwie „neu gedacht“ wird. Ein klassisches politisches Kunststück – alle Gruppen gleichzeitig bedienen, ohne einer einzigen weh zu tun.
Fazit: Merz hat große Ankündigungen gemacht, viele Grundsatzfragen gestellt, Putin beschworen – und am Ende nichts Konkretes gesagt. Aber hey: Der Herbst ist ja noch lang.
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