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Merz entdeckt die AfD – Strategie „Augen zu und hoffen“ offenbar gescheitert

BrightPixelsStudio (CC0), Pixabay
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Berlin, irgendwann zwischen Realitätsverweigerung und Wahlprognosen – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dem das Ruder langsam entgleitet wie ein Einkaufswagen mit kaputtem Vorderrad, hat sich gestern in der ARD zu einer atemberaubenden Erkenntnis durchgerungen: Die bisherige Strategie im Umgang mit der AfD – also Ignorieren, Wegducken, Mahnwachen und vage Werteappelle – hat, Überraschung!, nicht funktioniert.

„Wir wollen sie jetzt in der Sache stellen“, verkündete Merz, womit vermutlich gemeint ist, dass man sich diesmal nicht einfach in die Ecke stellt und hofft, dass der Sturm vorbeizieht. Das Problem: Die AfD ist nicht weggegangen – sie hat sich nur häuslich im Bundestag eingerichtet und die Kaffeemaschine programmiert.

Die AfD – plötzlich da!

Dass eine Partei, die seit Jahren zweistellige Umfragewerte einfährt, nicht einfach „wieder verschwindet“, kommt für Merz offenbar einem politischen Quantensprung gleich. Einem Quantensprung der Kategorie: „Oh, wenn man nichts tut, wird’s nicht besser.“

Er möchte nun – ganz mutig – über Migration sprechen (endlich!), und über die wirtschaftliche Lage im Osten (ein Evergreen der Berliner Betroffenheitslyrik). Denn genau da, so Merz, „macht die AfD gerade Politik“ – als wäre sie versehentlich auf Themen gestoßen, die sonst niemanden interessieren.

Koalitionen? Nur mit Anstand, also niemandem.

Selbstverständlich hält Merz weiterhin tapfer am sogenannten Unvereinbarkeitsbeschluss fest – also der heiligen CDU-Regel: „Mit den einen nicht, mit den anderen auch nicht, und am besten nur mit uns selbst.“ Eine Zusammenarbeit mit AfD oder Linkspartei bleibt ausgeschlossen – quer durch alle Himmelsrichtungen, von Sachsen bis zum Sauerland.

Dass in der Realität bereits CDU-Kommunalpolitiker in Sachsen-Anhalt und Thüringen mit der AfD beim Straßenbau kuscheln, stört da nur am Rande. Merz hat schließlich „ganz klare Beschlüsse“ – vermutlich auf sehr festem Papier.

TikTok ist schuld – irgendwie.

Besorgniserregend sei laut Merz der Rechtsruck bei Jugendlichen. Warum? Ganz einfach: TikTok! Dort, so vermutet der Kanzler, verbreiten sich AfD-Positionen schneller als CDU-Wahlplakate in Brandenburg geklaut werden. Ein Verbot der Plattform lehnt Merz ab – zumindest „persönlich sehr zurückhaltend“ –, aber er möchte schon, dass da endlich mal „die gleichen Regeln gelten wie im analogen Leben“. Also so wie früher, als man rechte Hetze noch auf Bierdeckeln diskutierte und nicht auf dem Smartphone.

Fazit:

Friedrich Merz gibt sich staatsmännisch nachdenklich, will plötzlich reden, handeln, gestalten – und das alles ohne den leisesten Anflug eines konkreten Plans. Seine Erkenntnis, dass das Nichtstun keine Strategie ist, wäre 2015 bahnbrechend gewesen. 2025 wirkt sie eher wie ein müder Reflex aus der politischen Restekiste.

Aber immerhin: Für einen Moment war er im Fernsehen. Vielleicht sogar auf TikTok. Da fängt Politik heutzutage ja an – oder hört sie auf.

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