Eine deutliche Mehrheit der US-Amerikaner rechnet laut einer aktuellen Umfrage mit einer weiteren Eskalation des Konflikts mit Iran. 65 Prozent glauben, dass Präsident Donald Trump US-Bodentruppen in einen groß angelegten Krieg entsenden wird. Gleichzeitig stößt ein solcher Schritt auf breite Ablehnung: Nur sieben Prozent der Befragten unterstützen eine umfassende Bodenoffensive.
Die zwischen dem 17. und 19. März durchgeführte Reuters/Ipsos-Umfrage zeigt ein gespaltenes Meinungsbild hinsichtlich möglicher militärischer Schritte. Während 55 Prozent den Einsatz von Bodentruppen grundsätzlich ablehnen, sprechen sich 34 Prozent zumindest für einen begrenzten Einsatz von Spezialeinheiten aus. Insgesamt lehnen 59 Prozent den Krieg ab.
Trump selbst weist entsprechende Pläne öffentlich zurück. „Ich entsende keine Truppen“, erklärte er am 19. März im Weißen Haus. Zugleich schränkte er ein, er würde solche Entscheidungen ohnehin nicht vorab öffentlich machen. Parallel dazu wurden jedoch militärische Bewegungen registriert: Ein US-Kriegsschiff mit mehr als 2000 Marines an Bord ist laut Satellitenbildern auf dem Weg in die Region. Medienberichten zufolge prüft die Regierung dennoch Optionen für eine Ausweitung des Einsatzes.
Auch von israelischer Seite wird eine mögliche Bodenoffensive zumindest nicht ausgeschlossen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem „Bodenelement“ des Krieges, ließ Details jedoch offen.
Innenpolitisch bleibt der Kurs der Regierung umstritten. Zwar unterstützen 77 Prozent der republikanischen Wähler den bisherigen Kriegsverlauf, doch selbst innerhalb von Trumps politischem Lager regt sich Kritik. Prominente Stimmen aus dem MAGA-Umfeld verweisen auf Trumps ursprüngliches Versprechen, die USA aus langwierigen Auslandskriegen herauszuhalten. Die frühere Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene erklärte, der Krieg entspreche nicht den Wahlversprechen.
Zusätzliche Brisanz erhielt die Debatte durch den Rücktritt eines hochrangigen Sicherheitsbeamten. Joe Kent, ehemaliger Leiter des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, erklärte, er könne den Krieg „nicht mit gutem Gewissen“ unterstützen. Er bezweifelte zudem, dass vor Beginn der Angriffe konkrete Geheimdiensthinweise auf eine unmittelbare Bedrohung durch Iran vorgelegen hätten.
Die Zustimmungswerte für Trump bleiben unterdessen stabil auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Laut Umfrage liegt seine Zustimmung bei rund 40 Prozent – ein Wert, der sich seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung kaum verändert hat.
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