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Die acht wichtigsten Förderstaaten des Ölbündnisses OPEC+ zeigen sich angesichts der iranischen Angriffe auf Energieanlagen in der Region alarmiert. In einer gemeinsamen Erklärung nach einem Onlinetreffen warnten die Länder davor, dass die Reparatur beschädigter Energieinfrastruktur nicht nur teuer, sondern auch langwierig sei – mit direkten Folgen für die weltweite Versorgungssicherheit.

Besonders kritisch sei aus Sicht der OPEC+-Staaten der Schutz der internationalen Schifffahrtsrouten. Damit spielt das Bündnis vor allem auf die nahezu vollständige Blockade der Straße von Hormus an, einer der wichtigsten Engstellen des globalen Ölhandels.

Trotz der angespannten Lage wollen die acht Staaten ihre Produktion im Mai leicht anheben. Nach Angaben des Bündnisses könnte die tägliche Fördermenge um 206.000 Barrel gesteigert werden. Zu den beteiligten Ländern zählen unter anderem besonders stark vom Iran-Krieg betroffene Staaten wie Saudi-Arabien, Kuwait, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Allerdings hat dieser Schritt derzeit vor allem symbolischen Charakter. Denn das zentrale Problem am Ölmarkt ist aktuell nicht die Fördermenge, sondern der Transport. Solange große Teile des Öls die Straße von Hormus nicht passieren können, hilft ein leicht geöffneter Ölhahn nur begrenzt.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt vor allem asiatische Staaten, die besonders unter den aktuellen Engpässen leiden, dazu aufgefordert, verstärkt Öl aus den Vereinigten Staaten zu beziehen. Ob dies die Weltmarktpreise spürbar entlasten könnte, bleibt jedoch fraglich. Entscheidend ist weiterhin das globale Angebot – und das ist durch den Krieg massiv eingeschränkt.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) vom März haben Länder in der Golfregion ihre tägliche Produktion bereits um mindestens zehn Millionen Barrel reduziert. Das entspricht fast zehn Prozent des weltweiten Ölbedarfs. Der Grund dafür ist ebenso simpel wie brisant: Viele Staaten verfügen nicht über ausreichende Lagerkapazitäten für das Öl, das wegen der Blockade der Straße von Hormus derzeit nicht exportiert werden kann.

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