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Marsmeteorit für Millionen versteigert – Forscher warnen vor Wissensverlust

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Ein Himmelsbote vom Mars – und jetzt ein teures Sammlerstück: Das bislang größte bekannte Marsgestein auf der Erde wurde gestern bei Sotheby’s in New York versteigert – für stolze 4,3 Millionen Dollar (3,7 Millionen Euro). Doch während Sammler jubeln, schlagen Wissenschaftler Alarm: Ein bedeutendes Stück Planetengeschichte könnte für immer verloren sein.

Spektakulärer Fund in der Sahara

Entdeckt wurde der rund 25 Kilogramm schwere Brocken vor zwei Jahren von einem Meteoritenjäger in der Sahara – genauer gesagt im Niger. Für Meteoritenexperten wie Christian Köberl, Geochemiker an der Universität Wien und renommierter Meteoritenforscher, war das nicht überraschend: „In trockenen, kargen Wüsten wie der Sahara oder der Antarktis sind solche dunklen Gesteine leichter zu erkennen – und sie bleiben dort auch länger erhalten.“ In feuchten Klimazonen hingegen verwittern Meteoriten schnell und zerfallen, bevor sie jemand bemerkt.

Ein echtes Stück Mars – und uralt

Ein Forschungsteam aus Schanghai konnte mittlerweile zweifelsfrei belegen: Der Fund stammt tatsächlich vom Mars. Wie lange der Stein auf der Erde liegt, ist unklar – aber sein Alter auf dem Mars dürfte Milliarden Jahre betragen. Besonders spannend für die Wissenschaft wäre auch die sogenannte Transferzeit – also der Zeitraum, den der Meteorit für seine interplanetare Reise benötigte: „Er wurde vermutlich durch einen gewaltigen Einschlag aus dem Mars geschleudert, kreiste dann oft Jahrtausende lang um die Sonne, bevor er zufällig auf die Erde stürzte“, so Köberl.

Vom Mars ins Museum – oder in den Safe?

Dass nun ein derart bedeutendes Stück Marsforschung unter den Hammer kommt, kritisiert der Forscher deutlich: „Solche seltenen Objekte sind für die Wissenschaft unglaublich wertvoll. Jedes Gesteinsfragment liefert neue Erkenntnisse über die Geschichte und Geologie des Roten Planeten.“ Zwar seien einige Proben zur Analyse an ein chinesisches Museum übergeben worden – doch den gesamten Stein wissenschaftlich untersuchen zu können, würde weitreichendere Daten ermöglichen.

Forschung mit Krümeln statt mit Brocken

Inzwischen sind weltweit rund 400 Marsmeteoriten entdeckt worden – doch bei einem so kleinen Datensatz zählt jedes Gramm. „Stellen Sie sich vor, man hätte nur 400 Gesteinsstücke von der Erde, um daraus die gesamte Erdgeschichte zu rekonstruieren. Das wäre schlicht unmöglich“, sagt Köberl. Jeder Fund ist also ein wertvoller Baustein für das Verständnis unserer Nachbarwelt.

Wissenschaft oder Ware?

Ob der Meteoritenblock mit der Bezeichnung „NWA 16788“ künftig in einem Forschungslabor landet – oder im privaten Tresor eines Sammlers verschwindet – ist offen. Die Hoffnung bleibt, dass er irgendwann doch der Wissenschaft zur Verfügung gestellt wird. Denn dieses Stück Stein ist nicht nur ein Objekt von Seltenheitswert – es ist ein echtes Stück Mars. Und das, so betont Köberl, „erzählt eine Geschichte, die wir noch längst nicht vollständig kennen.“

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