In der kommenden Woche wird Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu einem zweitägigen Besuch auf Helgoland erwartet. Der Aufenthalt des bayerischen Regierungschefs sorgt bereits im Vorfeld für Aufmerksamkeit – nicht zuletzt wegen früherer Spitzen zum Länderfinanzausgleich.
Einladung nach provokanter Bemerkung
Helgolands Bürgermeister Thorsten Pollmann (parteilos) und Tourismusdirektorin Katharina Schlicht hatten Söder eingeladen, nachdem dieser im Februar scherzhaft erklärt hatte, Sylt und Helgoland wären längst bayerisch, wenn es nach dem Länderfinanzausgleich ginge. Mit dem Seitenhieb spielte er auf die hohen Zahlungen Bayerns im Rahmen des Finanzausgleichs an.
Hintergrund: Länderfinanzausgleich
Der Länderfinanzausgleich soll bundesweit für annähernd gleiche Lebensverhältnisse sorgen, indem finanzstarke Länder schwächere unterstützen. Bayern war 2024 erneut der größte Einzahler, während Schleswig-Holstein am Ende der Empfängerliste stand.
Programm auf der Insel
Söder wird am Dienstag und Mittwoch auf Helgoland erwartet. Geplant sind:
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ein offizieller Empfang im Rathaus,
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eine Rundfahrt über die Insel,
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eine Börtebootfahrt zur Düne,
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sowie ein „festlicher Helgoländer Abend“ mit kulturellem Programm in der Nordseehalle.
Damit möchte die Gemeinde den hohen Besuch würdig empfangen – und zugleich die Besonderheiten der Insel präsentieren.
Gelassene Reaktion aus Kiel
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nimmt Söders Solo-Auftritt gelassen. „Wir haben es im letzten Jahr geschafft, den Spitzenplatz bei den Übernachtungen zu schaffen. Je mehr Gäste aus Bayern hier Urlaub machen, desto größer wird der Vorsprung,“ erklärte Günther. Er kündigte zugleich an, selbst nicht nach Helgoland zu reisen: „Er macht ja diesen Besuch auf eigene Faust. Ich habe Gäste in unserem Land, die ich betreuen muss, die auch vorher Bescheid gesagt haben.“ Söder wünschte er dennoch alles Gute.
Symbolträchtiger Besuch
Der Aufenthalt des bayerischen Ministerpräsidenten auf der Nordseeinsel ist nicht nur ein touristischer Termin, sondern auch ein politisches Signal: Zwischen Dank für Bayerns Finanzkraft und ironischen Spitzen gegen die Empfängerländer bewegt sich die Symbolik des Besuchs. Für Helgoland selbst bietet der Termin zugleich die Möglichkeit, sich als eigenständige und attraktive Inselgemeinde bundesweit ins Gespräch zu bringen.
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