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Marke Trump: Präsident sichert sich Namensrechte für möglichen „Donald J. Trump International Airport“

max60500 (CC0), Pixabay
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Noch ist es nicht Gesetz – doch juristisch hat Präsident Donald Trump bereits Fakten geschaffen. Während Floridas Parlament darüber berät, den Flughafen von Palm Beach nach ihm umzubenennen, haben seine Anwälte mehrere Markenanmeldungen eingereicht: „Donald J. Trump International Airport“, „President Donald J. Trump International Airport“ – und auch schlicht „DJT“.

Die Anträge beim US-Patent- und Markenamt markieren einen weiteren Schritt in einer langen Tradition: Trump sichert seinen Namen strategisch als Marke – noch bevor politische Beschlüsse endgültig gefallen sind.

Juristische Vorsorge – keine Lizenzgebühren?

Nach Angaben von Trumps Anwalt Michael Santucci gehe es nicht um kommerzielle Interessen. Vielmehr solle verhindert werden, dass „böswillige Akteure“ den Namen missbräuchlich verwenden. Der Präsident wolle keinerlei Lizenzgebühren oder finanzielle Gegenleistungen aus einer möglichen Umbenennung erhalten.

„Die Trump Organization ist bereit, dem Heimatbezirk dieses Recht kostenlos einzuräumen“, erklärte Santucci gegenüber US-Medien.

Dennoch werfen die Eintragungen Fragen auf. Denn üblicherweise dienen Markenschutzrechte dazu, eine Nutzung wirtschaftlich zu kontrollieren – sei es durch Lizenzvergabe oder Abwehr von Drittanbietern. Dass ein amtierender Präsident parallel zur politischen Debatte um eine öffentliche Einrichtung markenrechtliche Ansprüche anmeldet, ist zumindest außergewöhnlich.

Politische Dynamik in Florida

In Florida hat die Initiative zur Umbenennung des Palm Beach International Airport erste parlamentarische Hürden genommen. Mehrere Ausschüsse haben dem Vorhaben zugestimmt, ein finales Votum steht jedoch noch aus.

Trump nutzt den Flughafen regelmäßig, wenn er von Washington zu seinem Anwesen Mar-a-Lago reist. Für Unterstützer wäre die Namensgebung eine symbolische Ehrung eines Präsidenten, der stark mit Florida verbunden ist.

Befürworter verweisen darauf, dass zahlreiche US-Flughäfen nach Präsidenten benannt sind – etwa nach John F. Kennedy oder Ronald Reagan. Kritiker sehen hingegen eine politische Instrumentalisierung öffentlicher Infrastruktur.

Der „toponymische Präsident“

Die Debatte passt in ein größeres Bild. Trump hat seit Jahrzehnten sein eigenes Namensbranding systematisch ausgebaut – von Hotels und Golfresorts bis zu Konsumprodukten wie Steaks oder einer kurzlebigen Universität.

Ein Namensforscher bezeichnete ihn jüngst als „toponymischen Präsidenten“ – in Anspielung auf seine Neigung, Orte, Projekte oder Institutionen mit seinem eigenen Namen zu versehen oder Umbenennungen politisch zu nutzen.

Die jüngsten Markenanmeldungen gehen dabei über den reinen Flughafenbetrieb hinaus. Laut Recherchen umfassen sie auch mögliche Anwendungen für Merchandising – darunter Sammlermünzen, Uhren, Krawatten oder Flughafenlounges.

Weitere Umbenennungspläne

Parallel kursiert in Washington ein Vorschlag, auch den internationalen Flughafen Dulles nach Trump zu benennen. Zwar ist es ungewöhnlich, dass mehrere Flughäfen denselben Namenspatron tragen, international existieren jedoch Beispiele – etwa bei Flughäfen, die Papst Johannes Paul II. gewidmet sind.

Trump selbst wies jüngst Gerüchte zurück, er habe vorgeschlagen, auch die New Yorker Penn Station nach sich benennen zu lassen. In einem Social-Media-Beitrag sprach er von „Fake News“.

Symbolik und Markenpolitik

Unabhängig vom Ausgang der Gesetzesinitiativen zeigt der Schritt vor allem eines: Der Name „Trump“ bleibt politisches wie wirtschaftliches Kapital. Die Verbindung von Staatsamt und Markenstrategie sorgt erneut für Diskussionen – zwischen rechtlich zulässiger Vorsorge und symbolpolitischer Inszenierung.

Ob der Flughafen in Palm Beach künftig tatsächlich den Namen „Donald J. Trump International Airport“ tragen wird, entscheidet das Parlament. Doch eines steht bereits fest: Der Markenname ist gesichert.

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