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Mann findet 128.514 Dollar auf Geldautomaten – und gibt jeden Dollar zurück

TBIT (CC0), Pixabay
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Ein Mann im US-Bundesstaat Texas machte Anfang August einen außergewöhnlichen Fund: Auf einem Geldautomaten der Bank of America lag eine Tasche mit mehr als 128.000 Dollar Bargeld. Statt das Geld mitzunehmen, versuchte der 37-Jährige, den rechtmäßigen Besitzer ausfindig zu machen.

Der Vorfall ereignete sich am 3. August gegen 10 Uhr in Lewisville, einer Stadt rund 50 Kilometer nördlich von Dallas. Nach Angaben örtlicher Medien entdeckte der Mann gemeinsam mit einer 42-jährigen Frau zwei Taschen auf beziehungsweise in unmittelbarer Nähe des Geldautomaten.

In einer der Taschen befanden sich große Mengen Bargeld. Eine zweite Tasche enthielt 19 Schecks.

Aufgrund von Informationen auf einer der Taschen vermutete der Finder zunächst, dass das Geld zu einer nahe gelegenen Filiale der Restaurantkette Chick-fil-A gehören könnte. Er fuhr deshalb zu dem Restaurant und versuchte dort, die Tasche zurückzugeben.

Der Geschäftsführer erklärte ihm jedoch, dass das Geld nicht zu der Filiale gehöre.

Daraufhin verständigte der Mann über den Notruf 911 die Polizei. Beamte kamen zum Fundort, stellten die Taschen sicher und begannen zu prüfen, wem das Bargeld tatsächlich gehörte.

Im Inneren der Geldtasche fanden die Ermittler einen Bankbeleg, auf dem vermerkt war, wie viel Bargeld sich eigentlich darin befinden sollte.

Die Polizeibeamten zählten das Geld nach Medienberichten zweimal und überprüften den Betrag zusätzlich mit einer elektronischen Geldzählmaschine.

Das Ergebnis: In der Tasche befanden sich exakt 128.514 US-Dollar.

Kein einziger Dollar fehlte.

Bei den weiteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass das Geld der Bank of America zuzuordnen war und vom Werttransportunternehmen Brinks bearbeitet wurde.

Nach Einschätzung der Ermittler hatte offenbar ein Mitarbeiter beziehungsweise Techniker von Brinks zuvor den Geldautomaten gewartet und die Tasche anschließend versehentlich auf dem Automaten zurückgelassen.

Hinweise darauf, dass das Bargeld aus einer Straftat stammte, fanden die Ermittler nach den vorliegenden Informationen nicht.

Die Bank of America erhielt das Geld inzwischen zurück.

Besonders bemerkenswert ist dabei das Verhalten des Finders. Er verlangte weder eine Belohnung noch suchte er nach der Rückgabe öffentlich Aufmerksamkeit.

Lokale Medien berichteten, dass es sich bei dem Mann möglicherweise um einen Friseur aus Lewisville handelt. Sein Name wurde jedoch nicht offiziell bestätigt.

Die Bank of America bedankte sich nach Angaben des lokalen Fernsehsenders NBC 5 bei dem Finder für sein Verhalten.

Auch für die Polizei von Lewisville war der Fall außergewöhnlich.

Detective Gina Miller erklärte, sie habe in ihrer beruflichen Laufbahn bereits Fälle erlebt, in denen Menschen verlorene Geldbörsen, Ausweise oder andere Gegenstände zurückgebracht hätten. Einen Fund in dieser Größenordnung habe sie jedoch noch nie erlebt.

Auch Polizeichef Brook Rollins würdigte das Verhalten des Mannes. Für den Finder sei offenbar von Anfang an klar gewesen, dass das Geld jemand anderem gehöre und zurückgegeben werden müsse.

Rechtlich war diese Entscheidung offenbar ebenfalls die richtige.

Nach Angaben der Polizei hätte das Einbehalten des Geldes unter Umständen den Tatbestand eines schweren Diebstahls erfüllen können. Die Tatsache, dass das Bargeld unbeaufsichtigt auf einem Geldautomaten lag, hätte dem Finder also keineswegs automatisch das Recht gegeben, es zu behalten.

Die Behörden von Lewisville möchten den Mann nun für sein Verhalten auszeichnen.

Öffentliche Aufmerksamkeit scheint er allerdings weiterhin nicht zu suchen. Gegenüber CBS News Texas soll er erklärt haben, dass er lediglich bereit wäre, an einer nicht öffentlichen Ehrung durch die Polizei teilzunehmen.

Der Fall zeigt auf ungewöhnliche Weise, wie schnell ein alltäglicher Besuch am Geldautomaten zu einer außergewöhnlichen Situation werden kann.

Für den Mann aus Texas hätte der Fund von mehr als 128.000 Dollar theoretisch eine enorme Versuchung darstellen können.

Seine Entscheidung fiel jedoch eindeutig aus: Er suchte zunächst nach dem möglichen Eigentümer, verständigte anschließend die Polizei und sorgte dafür, dass der vollständige Betrag zurückgegeben wurde.

Am Ende fehlte von den 128.514 Dollar kein einziger Dollar.

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