In Manchester, Nordengland, sind am Donnerstag mindestens vier Menschen bei einem Angriff vor einer Synagoge verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur.
Nach Angaben der Polizei fuhr ein Mann in Crumpsall, nördlich der Innenstadt, mit einem Auto in eine Gruppe von Menschen und verletzte anschließend eine Person mit einem Messer. Der Verdächtige wurde von bewaffneten Einsatzkräften gestoppt und angeschossen.
„Um 9.31 Uhr ging bei uns der Notruf ein, dass ein Fahrzeug gezielt auf Menschen zugesteuert sei und ein Mann niedergestochen wurde“, erklärte die Polizei in einer Mitteilung. Der Angriff ereignete sich vor der Heaton Park Hebrew Congregation Synagoge an der Middleton Road.
Reaktionen der Politik
Der britische Premierminister Keir Starmer zeigte sich „entsetzt“ über die Tat und dankte den Einsatzkräften für ihr schnelles Handeln. „Dass dies ausgerechnet an Jom Kippur, dem heiligsten Tag im jüdischen Kalender, geschieht, macht es umso grausamer“, schrieb er auf der Plattform X. Starmer kündigte an, seinen Aufenthalt bei einem Sicherheitstreffen in Kopenhagen zu verkürzen und in London eine Sitzung des Krisenstabs Cobra zu leiten.
Auch der Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, sprach von einem „ernsten Vorfall“ und rief die Bevölkerung auf, den Bereich zu meiden. Besonders hob er hervor, wie stark die Nachricht die jüdische Gemeinde in der Stadt erschüttern werde: „Ich kann mir nur vorstellen, welche Angst diese Tat auslöst.“
Hintergrund
Jom Kippur, auch Versöhnungstag genannt, ist der wichtigste Feiertag des Judentums und gilt traditionell als Tag des Gebets und der Einkehr. Der Angriff auf Gläubige an einem solch bedeutenden Tag löste daher besondere Bestürzung aus.
Kommentar hinterlassen