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Madrid

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Tausende Menschen haben am Sonntag im Zentrum von Madrid gegen die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez protestiert. Aufgerufen zu der Großkundgebung auf dem Plaza de España hatte die konservative Oppositionspartei Partido Popular (PP), die der Regierung Korruption vorwirft und den Rücktritt von Sánchez fordert.

Die Demonstration stand unter dem Motto „Mafia oder Demokratie“. Laut Angaben der PP sollen über 100.000 Menschen teilgenommen haben. Offizielle Schätzungen der Behörden in Madrid lagen dagegen bei rund 45.000 bis 50.000 Teilnehmern.

Hintergrund: Enthüllte Tonaufnahmen und Korruptionsvorwürfe

Auslöser der Proteste sind kürzlich veröffentlichte Tonaufnahmen, in denen ein Parteimitglied der regierenden PSOE offenbar eine gezielte Rufschädigungskampagne gegen eine Polizeieinheit plante. Diese Einheit hatte Ermittlungen gegen enge Angehörige von Sánchez eingeleitet – darunter seine Ehefrau Begoña Gómez, seinen Bruder sowie einen früheren Berater.

Das beschuldigte Parteimitglied, Leire Díez, wies die Anschuldigungen zurück. Sie habe unter eigenem Namen für ein Buch recherchiert – ohne Auftrag der Partei oder des Regierungschefs. Kurz nach Bekanntwerden der Aufnahmen trat Díez aus der PSOE aus.

Sánchez spricht von „Schmutzkampagne“

Die Justiz prüft derzeit Korruptionsvorwürfe gegen mehrere Personen aus dem Umfeld des Ministerpräsidenten. Im Fokus steht dabei auch seine Frau Begoña Gómez, die laut der Anzeige der Organisation Manos Limpias („Saubere Hände“) ihre Position unrechtmäßig zu beruflichen Zwecken genutzt haben soll. Die Organisation wird rechtsnationalen Kreisen zugeordnet.

Pedro Sánchez selbst wies die Anschuldigungen scharf zurück. Er spricht von einer politisch motivierten Kampagne der Opposition und bezeichnet die Vorwürfe als Teil einer „gezielten Schmutzkampagne“ gegen ihn und seine Familie.

Die politische Lage in Spanien bleibt angespannt – mit der Demonstration in Madrid hat der Druck auf die Regierung weiter zugenommen.

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