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MacKenzie Scott spendet 70 Millionen US-Dollar zur Stärkung historisch afroamerikanischer Hochschulen

hbschw (CC0), Pixabay
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Die Milliardärin und Philanthropin MacKenzie Scott hat der Organisation UNCF (United Negro College Fund) eine Großspende in Höhe von 70 Millionen US-Dollar zukommen lassen. Ziel der Unterstützung ist es, die finanzielle Grundlage der 37 historisch afroamerikanischen Colleges und Universitäten (HBCUs) in den USA dauerhaft zu stärken.

Die UNCF ist der größte private Anbieter von Stipendien für Schwarze Studierende in den Vereinigten Staaten. Die Organisation arbeitet derzeit an einer groß angelegten Fundraising-Kampagne mit dem Ziel, insgesamt eine Milliarde US-Dollar einzuwerben.

Ein Meilenstein für Bildungsgerechtigkeit

Die Spende sei eine der bislang größten Einzelzuwendungen Scotts – und eine der ersten, die im Jahr 2025 öffentlich wurde. Scott, die sich seit Jahren für gemeinnützige Zwecke engagiert, gibt ihre Spenden nur selten öffentlich bekannt. Meist werden sie erst dann bestätigt, wenn die begünstigten Organisationen darüber informieren.

„Diese außergewöhnliche Spende ist ein kraftvolles Zeichen des Vertrauens in die Arbeit der HBCUs und der UNCF,“ sagte Dr. Michael L. Lomax, Präsident und CEO der UNCF, in einem Statement.
„Sie schafft die einmalige Gelegenheit, langfristige Vermögenswerte aufzubauen, die Studierenden und Hochschulen über Generationen hinweg zugutekommen werden.“

Die Mittel sollen in den gemeinsamen Stiftungsfonds der UNCF fließen, der ein Volumen von 370 Millionen US-Dollar erreichen soll – 10 Millionen US-Dollar für jede Mitgliedshochschule. Der Fonds wird investiert und soll jährlich etwa 4 % der Summe ausschütten – als dauerhafte Unterstützung zur Stabilisierung der Hochschulhaushalte.

HBCUs kämpfen mit struktureller Unterfinanzierung

Historisch afroamerikanische Hochschulen verfügen im Vergleich zu anderen Universitäten oft über deutlich geringere Stiftungsvermögen. Laut UNCF liegen diese im Schnitt 70 % unter denen anderer US-Hochschulen.

Ein Bericht aus dem Jahr 2023 verdeutlichte die Schieflage: Die acht Ivy-League-Universitäten erhielten 2019 5,5 Milliarden US-Dollar aus den 1.000 größten US-Stiftungen – im Gegensatz zu nur 45 Millionen US-Dollar, die an alle 99 HBCUs flossen.

Die Spende von MacKenzie Scott soll diese historische Ungleichheit zumindest teilweise ausgleichen.

Ein nachhaltiges Engagement

MacKenzie Scott, Schriftstellerin und ehemalige Ehefrau von Amazon-Gründer Jeff Bezos, hatte sich 2019 im Rahmen des Giving Pledge verpflichtet, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu spenden. Seitdem hat sie laut eigenen Angaben bereits 19,2 Milliarden US-Dollar für wohltätige Zwecke bereitgestellt. Ihr aktuelles Vermögen wird auf rund 34 Milliarden US-Dollar geschätzt (Forbes).

UNCF gehörte schon 2020 zu den Empfängern einer Spende von Scott in Höhe von 10 Millionen Dollar. Sie begründet ihre Spendenentscheidungen mit dem Wunsch, „verschiedene Perspektiven und Lebenserfahrungen in die Lösung gesellschaftlicher Probleme einzubinden“.

Scott ist auch bekannt für ihren ungewöhnlichen Spendenstil: Ihre Zuwendungen sind ungebunden, also ohne Auflagen zur Verwendung – eine Seltenheit im Bereich der Großspenden. Laut dem Center for Effective Philanthropy, das ihre Spendenpraxis untersuchte, habe dies zu stabilen und gut durchdachten Entwicklungen bei den geförderten Organisationen geführt.

„Wir haben keine der befürchteten Nebenwirkungen großer Spenden gesehen,“ sagte Phil Buchanan, Präsident des Centers.
„Die meisten Organisationen sind sehr verantwortungsvoll. Das zeigt: Wenn man gemeinnützige Träger sorgfältig auswählt, kann man ihnen vertrauen.“

Ein Vorbild für weitere Förderer

Dr. Lomax hofft nun, dass auch andere wohlhabende Spender:innen dem Beispiel Scotts folgen werden:

„Indem sie uns die Entscheidung über die Mittelverwendung überlässt, erkennt MacKenzie Scott an, dass HBCUs diese Investitionen verdienen. Ihre Großzügigkeit wird unsere Institutionen stärken und jungen Menschen den Weg ebnen, die morgen die Welt verändern.“

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