In vielen Teilen Asiens hat das neue Mondjahr begonnen – und die Feierlichkeiten zeigen, wie unterschiedlich Tradition, Religion und Moderne miteinander verwoben sind.
In Vietnam steht der erste Neujahrstag ganz im Zeichen der Familie und der Erinnerung. Neben Tempelbesuchen zieht es viele Menschen auf Friedhöfe, wo sie ihren Verstorbenen mit Räucherstäbchen, Speisen und sogar modernen Snacks gedenken. In manchen Regionen werden auch Gräber Fremder geehrt – ein Zeichen von Respekt und Gemeinschaft.
In Myanmar fallen die Feiern in Yangons Chinatown seit dem Militärputsch 2021 deutlich verhaltener aus. Zwar werden weiterhin Löwentänze aufgeführt und Tempel besucht, doch die einst ausgelassene Feststimmung bleibt gedämpft.
Indonesien betont zum Jahreswechsel die kulturelle Vielfalt des Landes. Die historische Moschee Masjid Jamik Sumenep auf Java gilt als Symbol chinesisch-lokaler Verbundenheit. Viele chinesischstämmige Muslime feiern das Neujahr als Ausdruck gegenseitigen Respekts.
In Singapur sorgte eine ausgelassene „Lohei“-Feier – das traditionelle Werfen eines Fischsalats für Glück und Wohlstand – für Kritik. Studierende einer Universität wurden nach einer chaotischen Essensschlacht zur Beratung bestellt.
China erlebt währenddessen die größte jährliche Reisewelle der Welt: Rund 9,5 Milliarden Reisen werden erwartet. Trotz Rekordzahlen klagen viele über Ticketmangel und hohe Preise. Junge Menschen sprechen in sozialen Medien vom „jährlichen Verhör“ durch neugierige Verwandte.
Auch weltweit wird gefeiert – von Manilas traditionsreicher Chinatown bis zu Löwentänzen in Sydney. In Thailand bleiben die offiziellen Veranstaltungen aus Respekt vor der verstorbenen Königinmutter zurückhaltend.
Mandarinen, Fischgerichte, Reiskuchen und rote Umschläge symbolisieren Glück und Wohlstand. So zeigt das neue Jahr einmal mehr: Es ist nicht nur ein Fest des Neubeginns, sondern auch der Erinnerung, Identität und kulturellen Vielfalt.
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