Ballade vom betonharten Jahrtausendfeld
(frei nach Leipzig-Lindenau)
Ein Luftbild zeigt, was keiner denkt:
Ein Feld, das Bäume konsequent
nur außen wachsen lässt – o Graus!
Die Mitte bleibt bewusst baumlos, kahl und kraus.
Denn unter Moos und dünnem Grün
liegt Leipzigs Keller-Schatz verglühn:
Beton, Geröll, ein Fundament
für Pflanzen, die man Bäume nennt,
doch hier nur sagen: „Nö, ich nicht –
zu wenig Erde, zu viel Schicht.“
Ein Wurzeltraum sieht anders aus,
hier kommt der Ahorn nicht zu Haus.
Die Linde? Bleibt in Lindenau
nur Namenspatin – traurig, rau.
Der Spaten knirscht, der Setzling weint,
wenn er die unterirdisch‘ Wahrheit meint:
Ein Garten Eden wird das nie –
hier wächst nur Staub und Utopie.
So bleibt das Feld wie’s immer war:
Ein Mahnmal aus dem Beton-Jahr.
Ein Denkmal städtischer Idee:
„Lasst wachsen, wo kein Wachsen geh!“
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