In den Vereinigten Staaten hat ein schwerer Listerien-Ausbruch einen großflächigen Rückruf von Fertigpasta-Produkten ausgelöst. Nach Angaben der US-Behörden sind bislang vier Menschen gestorben und mindestens 20 erkrankt, darunter eine schwangere Frau, die infolge der Infektion eine Fehlgeburt erlitt.
Die betroffenen Produkte wurden unter anderem bei Walmart, Kroger, Trader Joe’s, Albertsons, Sprouts Farmers Market und Giant Eagle verkauft. Der Ausbruch betrifft derzeit 15 US-Bundesstaaten.
Hersteller: Nate’s Fine Foods – über 245.000 Pfund Pasta zurückgerufen
Die Produkte stammen vom kalifornischen Unternehmen Nate’s Fine Foods, das am 25. September einen freiwilligen Rückruf von rund 245.000 Pfund (rund 111 Tonnen) vorgekochter Pasta eingeleitet hatte. Die betroffenen Waren wurden über den Distributor FreshRealm an zahlreiche Lebensmittelketten geliefert und in Fertiggerichte verarbeitet.
Laut US-Gesundheitsbehörden wurde der Erreger Listeria monocytogenes in Produkten von Nate’s nachgewiesen. Die Rückrufaktion betrifft mehrere Sorten wie Linguine, Fettuccine, Farfalle, Penne und Trottole, teilweise unter Handelsmarken wie Marketside, Taylor Farms, Home Chef und Scott & Jon’s.
Eine vollständige Liste der betroffenen Produkte und Haltbarkeitsdaten ist auf der Website der US-Lebensmittelüberwachung FDA veröffentlicht.
Verbraucher sollen Produkte nicht verzehren
Die US-Behörde für Seuchenkontrolle CDC und die FDA raten dringend davon ab, betroffene Produkte zu verzehren. Diese sollten entsorgt oder an den Verkaufsort zurückgebracht werden. Zudem sollten alle Oberflächen und Behälter, die mit den Lebensmitteln in Berührung gekommen sind, gründlich gereinigt und desinfiziert werden.
Welche Symptome verursacht eine Listeriose?
Listeriose ist eine potenziell lebensbedrohliche bakterielle Infektion, die vor allem für ältere Menschen, Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Schwangere gefährlich ist. Symptome treten oft innerhalb von zwei Monaten nach Verzehr kontaminierter Produkte auf und können sein:
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Fieber
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Muskel- und Gliederschmerzen
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Durchfall
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Kopfschmerzen
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Verwirrtheit
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Gleichgewichtsprobleme
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Krampfanfälle
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In schweren Fällen: Tot- oder Frühgeburten bei Schwangeren sowie Blutvergiftungen oder Hirnhautentzündungen
Personen mit erhöhtem Risiko, die entsprechende Symptome bemerken, sollten umgehend ärztliche Hilfe suchen.
Betroffene Bundesstaaten
Zu den betroffenen US-Bundesstaaten gehören u. a. Kalifornien, Texas, Michigan, Illinois, Florida, Nevada, South Carolina und Utah. Die CDC geht davon aus, dass die Dunkelziffer weit höher liegt als die offiziell bestätigten 20 Fälle.
Rückruf betrifft auch Europa?
Bislang gibt es keine Hinweise, dass die betroffenen Produkte nach Europa gelangt sind. Dennoch beobachten europäische Lebensmittelaufsichtsbehörden die Entwicklung genau. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten beim Import oder Online-Kauf amerikanischer Fertigprodukte vorsichtig sein.
Hintergrund:
Listerien sind Bakterien, die vor allem in vorgefertigten, gekühlten Lebensmitteln vorkommen können. Die Krankheit ist meldepflichtig. Bei Ausbrüchen kommt es regelmäßig zu Produktrückrufen, um weitere Infektionen zu verhindern.
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