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Lebensmittel in Deutschland könnten bald deutlich teurer werden

zuzi99 (CC0), Pixabay
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Steigende Energiepreise galten lange als das zentrale Inflationsrisiko infolge des Nahostkonflikts. Inzwischen zeichnet sich jedoch ab: Auch Lebensmittel dürften in Deutschland und Europa spürbar teurer werden – und das womöglich schneller als erwartet.

Ein wesentlicher Grund liegt bei den Düngemitteln. Ein großer Teil des weltweiten Handels läuft über die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Seit Beginn der militärischen Eskalation ist die Passage jedoch stark eingeschränkt. Die Folge: Lieferketten geraten ins Stocken, Preise steigen.

Hinzu kommt, dass Düngemittel energieintensiv hergestellt werden – vor allem auf Basis von Erdgas. Da ein erheblicher Teil der Produktion im Nahen Osten stattfindet, wirken sich Angriffe auf Energieanlagen in der Region direkt auf die Verfügbarkeit aus. In Europa sind die Preise für wichtige Düngemittel wie Stickstoff-, Harnstoff- und Schwefeldünger bereits deutlich gestiegen.

Engpässe treffen Landwirtschaft zur Unzeit

Die Situation verschärft sich zusätzlich dadurch, dass die Störungen genau in eine entscheidende Phase fallen: die Aussaat in der nördlichen Hemisphäre. Wenn Landwirte weniger düngen – sei es wegen hoher Preise oder mangelnder Verfügbarkeit – sinken in der Regel die Erträge.

Besonders betroffen sind Kulturen wie Weizen und Mais, die stark auf stickstoffhaltige Dünger angewiesen sind. Diese bilden zugleich die Grundlage vieler Lebensmittel und Futtermittel. Steigende Kosten wirken sich daher nicht nur direkt auf Brot und Getreideprodukte aus, sondern mittelbar auch auf Fleisch, Milch und Eier.

Schon vor dem aktuellen Konflikt war der Markt angespannt. Europa hatte seine Produktion infolge hoher Gaspreise reduziert, während China Exporte einschränkte, um die eigene Versorgung zu sichern. Die aktuelle Lage verschärft diese Entwicklung zusätzlich.

Energiepreise treiben Kosten entlang der gesamten Kette

Neben den Düngemitteln spielen auch steigende Energiekosten eine zentrale Rolle. Landwirtschaft ist in nahezu allen Produktionsschritten energieabhängig – vom Betrieb der Maschinen über Transport und Verarbeitung bis hin zur Kühlung.

Ökonomen weisen darauf hin, dass sich höhere Energiepreise erfahrungsgemäß rasch auf Agrarprodukte übertragen. Dabei verstärken sich die Effekte gegenseitig: Steigen Öl- und Gaspreise, verteuern sich nicht nur Betriebskosten, sondern auch alternative Energiequellen. Gleichzeitig konkurrieren Nahrungsmittel wie Getreide teilweise mit der Energieproduktion, etwa bei der Herstellung von Biokraftstoffen.

Preisanstiege zunächst bei Grundnahrungsmitteln

Wie stark die Preise in Deutschland steigen werden, ist derzeit schwer abzuschätzen. Erfahrungsgemäß zeigen sich erste Effekte jedoch bei Grundnahrungsmitteln wie Brot, Mehl oder Butter. In einem zweiten Schritt könnten auch Fleisch- und Milchprodukte nachziehen, da Futtermittel teurer werden.

Ökonomen gehen davon aus, dass sich die Entwicklung über nahezu alle Produktkategorien hinweg bemerkbar machen dürfte. Für Verbraucher bedeutet das: Die nächste Preiswelle im Supermarkt könnte bereits bevorstehen.

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