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Lebenslauf-Lügen und fehlende Arbeitserlaubnis: Schulskandal in Des Moines

Vika_Glitter (CC0), Pixabay
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Die größte Schulgemeinde Iowas steckt mitten in einem handfesten Skandal. Der frühere Superintendent der Des Moines Public Schools, Ian Roberts, steht im Zentrum gleich mehrerer Affären: gefälschte akademische Angaben, zweifelhafte Ehrungen – und nun auch Probleme mit seiner Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in den USA.

Zweifel an Abschlüssen und Auszeichnungen

Roberts hatte in Bewerbungen und öffentlichen Auftritten jahrelang angegeben, einen Doktortitel der Morgan State University sowie ein Studium am renommierten MIT Sloan School of Management abgeschlossen zu haben. Beide Universitäten stellten nun klar: Weder liegt ein Doktorabschluss vor, noch gibt es Nachweise für ein Studium am MIT.

Auch eine angebliche Auszeichnung der George Washington University als „Principal of the Year“ existierte laut der Hochschule nie. Dennoch hatten die Schulbehörden diese Angaben ungeprüft übernommen und in Pressemitteilungen verbreitet.

Verhaftung durch Einwanderungsbehörde

Die Enthüllungen fallen zeitlich zusammen mit der Festnahme von Roberts durch US-Einwanderungsbehörden (ICE). Ein Richter hatte bereits 2024 seine Arbeitserlaubnis entzogen, dennoch blieb er weitere 16 Monate im Amt. Nun sitzt er in Untersuchungshaft, während über seine Abschiebung entschieden wird.

Kritik am Einstellungsverfahren

Besonders brisant: Der Schulbezirk hatte 2023 eine Beratungsfirma mit der Suche nach einem neuen Superintendent beauftragt. Diese bestätigte, man habe alle üblichen Prüfungen durchgeführt – allerdings ohne die von Roberts beanspruchten Ehrungen und Titel zu hinterfragen. Ein Sprecher des Bezirks räumte ein: „Wir haben ihm in solchen Dingen geglaubt.“

Rücktritt und Vertrauenskrise

Ende September 2025 legte Roberts sein Amt nieder, nachdem ihm die Schulbehörde zuvor die Lizenz entzogen hatte. In einer Erklärung sprach die Schulbehörde selbst davon, „Opfer einer Täuschung“ geworden zu sein.

Geteilte Reaktionen in der Gemeinde

Während Kritiker auf schärfere Kontrollen und gründlichere Überprüfungen drängen, betonen Unterstützer, Roberts habe trotz aller Unklarheiten viel für Schüler und Familien geleistet. Einige fordern, seine Verdienste im Schulalltag nicht durch die Enthüllungen völlig zu überschatten.

Offene Fragen

Ob Roberts tatsächlich einen Doktortitel von einer privaten Online-Universität besitzt, bleibt unklar. Ebenso steht noch aus, welche rechtlichen Folgen seine Falschangaben und der Aufenthalt ohne gültige Genehmigung haben werden.

Eines ist jedoch sicher: Der Fall hat das Vertrauen in die Verwaltung der Des Moines Public Schools schwer beschädigt – und dürfte die Diskussion über Sorgfaltspflichten bei der Einstellung von Führungspersonal im Bildungswesen neu entfachen.

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