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Landesuntersuchungsamt warnt: Gefährliche Wirkstoffe in Potenzmittel „Black Horse“ entdeckt

steffencweber (CC0), Pixabay
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Das Landesuntersuchungsamt (LUA) in Koblenz schlägt Alarm: Das im Internet bestellbare Potenzmittel „Black Horse“ enthält den verschreibungspflichtigen Wirkstoff Tadalafil, ohne dass dieser auf der Verpackung angegeben ist. Damit verstößt das Produkt nicht nur gegen Arzneimittelrecht, sondern stellt auch eine ernsthafte Gesundheitsgefahr für Verbraucher dar.

Versteckter Arzneistoff mit gefährlichen Nebenwirkungen

Tadalafil ist ein Wirkstoff, der in zugelassenen Medikamenten wie Cialis® zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt wird. Die Substanz erweitert die Blutgefäße und fördert die Durchblutung – kann aber gleichzeitig massiv den Blutdruck senken. Ohne ärztliche Überwachung und korrekte Dosierung besteht ein erhebliches Risiko.

„Was das Mittel so gefährlich macht, ist die fehlende Deklaration des Inhaltsstoffs. Käufer wissen gar nicht, dass sie ein stark wirksames Arzneimittel einnehmen“, warnte eine Sprecherin des LUA. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Schwindel, Verdauungsstörungen, Sehstörungen und in Kombination mit anderen Medikamenten – insbesondere Herzmitteln – sogar lebensbedrohliche Kreislaufzusammenbrüche.

Zoll deckt illegale Einfuhr auf

Aufgefallen war das Produkt bereits im Herbst 2025, als der Zoll bei einer Kontrolle Sendungen mit dem Präparat „Black Horse“ sicherstellte. Die anschließende Untersuchung in den Laboren des LUA Koblenz bestätigte den Verdacht: Der in der EU nicht zugelassene Wirkstoffgehalt war deutlich höher als bei medizinisch verschriebenen Präparaten. In manchen Fällen enthalten solche Produkte mehrfache Überdosierungen oder nicht dokumentierte Stoffkombinationen, die sich gegenseitig verstärken.

Warnung vor Online-Käufen

Das Landesuntersuchungsamt rät dringend davon ab, Potenzmittel über das Internet zu bestellen – insbesondere aus nicht überprüfbaren Quellen oder Drittstaaten. Viele dieser Produkte stammen aus illegalen Produktionsstätten, in denen weder Hygienevorschriften noch Dosierungskontrollen eingehalten werden. Oft sind die Inhaltsstoffe falsch deklariert, verunreinigt oder mit chemischen Zusätzen gestreckt.

„Im schlimmsten Fall können solche Mittel Herzinfarkte, Schlaganfälle oder schwere Leberschäden verursachen“, betont das LUA. Selbst wenn Verpackung und Werbung seriös wirken, handele es sich häufig um gefälschte Arzneimittel, die nicht den Standards europäischer Arzneimittelüberwachung entsprechen.

Verbraucherschutz im Fokus

Das Landesuntersuchungsamt arbeitet in solchen Fällen eng mit dem Zoll, der Polizei und der Arzneimittelaufsicht zusammen, um illegale Produkte vom Markt zu nehmen. In Rheinland-Pfalz werden regelmäßig stichprobenartige Kontrollen durchgeführt, um gefährliche Arzneimittelfälschungen aufzuspüren.

Verbraucherschützer fordern eine verstärkte Aufklärungskampagne, um auf die Risiken solcher Online-Präparate hinzuweisen. Besonders Männer, die sich scheuen, mit Erektionsproblemen einen Arzt aufzusuchen, seien anfällig für verführerische Onlineangebote mit Versprechen wie „natürlich“, „pflanzlich“ oder „ohne Nebenwirkungen“. Diese Werbeaussagen seien laut Experten bewusst irreführend.

Wie sich Verbraucher schützen können

  • Keine Arzneimittel aus unbekannten Internetquellen bestellen – insbesondere keine Potenzmittel.

  • Nur in Apotheken oder bei zugelassenen Online-Apotheken mit EU-Prüfsiegel kaufen.

  • Bei Unsicherheit über ein Produkt kann man sich an das Landesuntersuchungsamt, die Apothekerkammer oder Verbraucherschutzstellen wenden.

  • Bei Nebenwirkungen nach Einnahme unbekannter Präparate sofort ärztliche Hilfe suchen.

Fazit

Die Warnung aus Koblenz zeigt erneut, wie gefährlich der graue Markt für Potenzmittel ist. Was im Internet harmlos und günstig erscheint, kann sich als gesundheitsgefährdende Arzneifälschung entpuppen. Das vermeintliche Wundermittel „Black Horse“ ist ein Beispiel dafür, dass versteckte Wirkstoffe und fehlende Kontrollen im Onlinehandel weiterhin ein ernstes Risiko darstellen.

Die klare Empfehlung der Behörden:
👉 Finger weg von Potenzmitteln aus dem Internet – denn der Preis für die vermeintliche Wirkung kann die eigene Gesundheit sein.

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