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Lamborghini bremst bei der Elektrowende – Chef setzt weiter auf Motorensound und Emotionen

DRIVAR (CC0), Pixabay
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Während sich große Autohersteller weltweit in Richtung Elektromobilität bewegen, geht Lamborghini einen anderen Weg – und das ganz bewusst. Der italienische Supersportwagenhersteller will Verbrennungsmotoren noch mindestens ein Jahrzehnt lang in seinen Modellen einsetzen.

Das bestätigte Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann in einem Interview mit der BBC in London. Seine Begründung: Die Kundinnen und Kunden der Luxusmarke wollen weiterhin das erleben, was Lamborghini seit Jahrzehnten ausmacht – Leidenschaft, Emotion und vor allem: Sound.

„Unsere Kunden wollen den Klang und das Gefühl eines Motors. Sie wollen Emotion – und die entsteht nicht durch einen leisen Elektromotor“, erklärte Winkelmann.

⚙️ Lamborghini bleibt (noch) beim Motor – aber mit Hybridkraft

Statt den klassischen Verbrenner vollständig zu ersetzen, setzt Lamborghini in den kommenden Jahren auf Hybridtechnologien. Das bedeutet: Die Motoren werden mit einem Elektroantrieb kombiniert, um Emissionen zu senken, ohne auf Leistung und Klang zu verzichten.

„Die Begeisterung für reine Elektroautos geht weltweit zurück. Das gibt uns die Möglichkeit, Hybridlösungen zu perfektionieren“, sagte Winkelmann.
Die nächste Entscheidung steht schon kurz bevor: Innerhalb eines Monats soll feststehen, ob das kommende Modell, der Lamborghini Lanzador, voll elektrisch oder als Plug-in-Hybrid erscheinen wird.

Der Lanzador war ursprünglich als reines E-Modell geplant – ein futuristischer Gran Turismo mit 1.300 PS. Doch nach den aktuellen Markttrends könnte Lamborghini das Konzept überdenken und sich stattdessen für einen leistungsstarken Hybridantrieb entscheiden.

⚡ Warum Lamborghini bremst – und viele Kunden das wollen

Während Marken wie Porsche, Ferrari oder Lotus ihre vollelektrischen Modelle bereits auf die Straße bringen, hält Lamborghini bewusst dagegen. Denn laut Winkelmann schwindet die anfängliche Euphorie für E-Autos.

Viele Kunden im Luxussegment seien skeptisch gegenüber vollelektrischen Fahrzeugen, erklärte der CEO. Die wichtigsten Gründe:

  • Reichweitenangst – Elektrosportwagen schaffen oft nicht dieselbe Distanz wie Verbrenner.

  • Ladezeiten – Schnellladestationen sind rar und nicht auf Supercar-Bedürfnisse ausgelegt.

  • Fehlende Emotionen – Für viele Enthusiasten gehört der Motorensound zum Fahrerlebnis.

„Ein Lamborghini ist kein reines Fortbewegungsmittel“, so Winkelmann. „Er ist ein Erlebnis. Und dieses Erlebnis lebt von der Verbindung zwischen Mensch und Maschine – vom Klang, vom Vibrieren, von der Reaktion auf jeden Millimeter des Gaspedals.“

Für viele Fans ist das Musik in den Ohren. Denn der unverwechselbare Klang der Zwölfzylinder gilt als Markenzeichen – ein Geräusch, das Lamborghini-Fahrer auf der ganzen Welt lieben.

🌿 Verantwortung trotz Luxus – Lamborghinis grüner Anspruch

Winkelmann betonte aber auch, dass Lamborghini nicht blind an alten Technologien festhalte. Das Unternehmen verfolge ein „sozial verantwortliches Wachstum“, sei sich seiner Umweltverpflichtung bewusst und habe bereits wichtige Nachhaltigkeitsschritte umgesetzt.

Die Produktionsstätte in Sant’Agata Bolognese ist seit 2020 CO₂-neutral, und in neue Modelle fließen nachhaltigere Materialien wie recyceltes Leder und Carbon. Außerdem werden die neuen Hybridmotoren deutlich effizienter und kraftstoffsparender sein als bisherige Verbrenner.

„Wir haben eine Verantwortung – aber wir müssen realistisch bleiben. Als kleiner Hersteller mit wenigen Fahrzeugen pro Jahr haben wir nur einen sehr begrenzten Einfluss auf die globale Emission“, erklärte Winkelmann.

Tatsächlich produziert Lamborghini jährlich nur rund 10.000 Fahrzeuge – ein Bruchteil der Stückzahlen großer Hersteller wie Volkswagen oder Toyota.

🚗 Zwischen Tradition und Zukunft: der neue Kurs

Der neue Lamborghini Revuelto, das aktuelle Flaggschiff der Marke, ist bereits ein V12-Hybrid – und zeigt, wie der Spagat zwischen Tradition und Moderne funktionieren kann. Drei Elektromotoren unterstützen den 6,5-Liter-V12-Motor, wodurch der Supersportwagen über 1.000 PS leistet, aber rund 30 Prozent weniger CO₂ ausstößt als sein Vorgänger.

Auch das SUV-Modell Urus SE soll 2026 in einer Plug-in-Version erscheinen. Damit bleibt Lamborghini seiner Linie treu: Schrittweise Hybridisierung statt radikalem Umbruch.

„Unsere Vision ist klar“, so Winkelmann. „Wir wollen den Lamborghini der Zukunft entwickeln – mit elektrischer Unterstützung, aber ohne den emotionalen Verlust, den reine Elektromotoren mit sich bringen.“

🔋 Warum die Elektrowende ins Stocken gerät

Lamborghini steht mit dieser Strategie nicht allein da. Auch andere Hersteller, insbesondere im Luxussegment, haben ihre Elektropläne verlangsamt. Gründe dafür sind unter anderem:

  • Nachlassende Nachfrage nach E-Autos in Europa und den USA.

  • Hohe Batteriekosten und Rohstoffknappheit.

  • Unzureichende Ladeinfrastruktur in vielen Ländern.

  • Technologische Unsicherheit über Reichweite und Recycling.

Selbst Tesla, lange Zeit der E-Auto-Vorreiter, spürt den Druck: Sinkende Verkaufszahlen und verschärfter Wettbewerb zeigen, dass der Markt nicht so schnell wächst wie erwartet.

In diesem Umfeld sieht Lamborghini seine Chance: Hybridmodelle als Brückentechnologie, die Leistung und Nachhaltigkeit verbinden, ohne den Charakter der Marke zu verlieren.

🏁 Fazit: Emotion statt Evolution

Mit seiner klaren Haltung gegen eine überhastete Elektrowende positioniert sich Lamborghini als Gegenentwurf zu vielen großen Autoherstellern. Das Unternehmen setzt auf das, was es groß gemacht hat: Leidenschaft, Performance, Design – und Sound.

Doch die Richtung bleibt hybrid: Effizienz soll steigen, Emissionen sollen sinken, aber der typische Lamborghini-Moment – das Aufheulen des Motors, das Vibrieren im Sitz, das Gefühl purer Kontrolle – bleibt.

Oder, wie es ein Lamborghini-Fan beim Event in London ausdrückte:

„Wenn du den Motor startest und das Adrenalin sofort hochschießt – das ist kein Stromgefühl. Das ist Leben.“ ⚡🔥

Damit zeigt Lamborghini: Der Weg in die Zukunft muss nicht still sein – er darf laut, emotional und kompromisslos italienisch bleiben.

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