Im Innviertel herrscht große Unsicherheit: Seit bekannt wurde, dass der Motorradhersteller KTM vor der Insolvenz steht, bangen hunderte Familien um ihre Arbeitsplätze. Der Antrag auf ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung soll am Freitag eingereicht werden.
Die finanzielle Schieflage des Unternehmens hat bereits konkrete Auswirkungen. Weder die November-Gehälter noch das Weihnachtsgeld können an die Beschäftigten ausbezahlt werden. Diese Lohnforderungen sollen nun durch den Insolvenzentgeltfonds abgedeckt werden, sofern die Ansprüche anerkannt werden.
Für Dezember hat KTM angekündigt, die Gehälter bereits kommende Woche zu zahlen, um besonders harte persönliche Schicksale zu vermeiden. Doch ab Januar wird die Lage kritischer: Das Unternehmen plant, die Arbeitszeit zu reduzieren und bis zu 300 Stellen abzubauen.
Die Stimmung bei KTM ist angespannt, wie ein Mitarbeiter aus der Forschungs- und Entwicklungsabteilung berichtet: „Es ist eine eigenartige Atmosphäre. Wenn man durch die Gänge geht, ist es ruhiger als sonst. Jeder fragt sich, wie es weitergeht.“ Der Mitarbeiter möchte anonym bleiben – die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz ist zu groß.
Auch die Bevölkerung der Region zeigt sich betroffen. Eine Passantin in Mattighofen bringt es auf den Punkt: „Das ist eine Katastrophe für die ganze Umgebung. Viele hier haben Freunde und Verwandte, die bei KTM arbeiten. Sie haben Rechnungen zu zahlen und Verpflichtungen – wir denken an sie.“
Die Insolvenz des international bekannten Motorradproduzenten KTM trifft das Innviertel hart. Der Abbau von bis zu 300 Arbeitsplätzen und die allgemeine Unsicherheit könnten nicht nur die betroffenen Mitarbeiter, sondern auch die gesamte Region nachhaltig belasten. Viele hoffen, dass das Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eine Perspektive für den Traditionsbetrieb und seine Beschäftigten eröffnet.
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