Startseite Allgemeines Kritischer Blick auf die Energiekonzepte Deutschland GmbH: Crefo Bonitätsindex 500 vom 26.01.2026 – Kunden und Partner sollten jetzt genau hinschauen
Allgemeines

Kritischer Blick auf die Energiekonzepte Deutschland GmbH: Crefo Bonitätsindex 500 vom 26.01.2026 – Kunden und Partner sollten jetzt genau hinschauen

Teilen

Wir befassen uns seit Jahren kritisch mit der Geschäftspraxis der Energiekonzepte Deutschland GmbH, insbesondere mit Blick auf den After-Sales-Service. In vielen Fällen berichteten Kundinnen und Kunden von enttäuschenden Erfahrungen; insb.  nicht erreichbare Hotlines, verspätete Installationen, schleppende Bearbeitung von Mängeln oder Garantieansprüchen. Unser zentrales Anliegen war es dabei immer, auf Missstände aufmerksam zu machen – in der Hoffnung, so Verbesserungen anzustoßen.

Tatsächlich: Die Zahl der öffentlich bekannten Beschwerden ist in den letzten Monaten zurückgegangen. Doch woran liegt das? Eine tatsächliche Verbesserung der Servicequalität? Oder ist es eher so, dass das Unternehmen schlicht weniger Anlagen verkauft, weil sich viele Haushalte angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage eine Investition in Photovoltaik nicht leisten (wollen oder können)?

Seit einigen Wochen jedenfalls mehren sich Gerüchte über wirtschaftliche Schwierigkeiten bei EKD. In Zeiten, in denen Verbraucher beim Kauf von Photovoltaikanlagen deutlich vorsichtiger agieren, sinkt auch der Umsatz – und das kann, gerade bei stark wachstumsgetriebenen Unternehmen, rasch zur Schieflage führen.

Der Crefo-Bonitätsindex 500: Ein alarmierendes Zeichen

Nun aber liegt uns eine aktuelle Wirtschaftsauskunft der Creditreform vor, und die ist eindeutig: EKD wird mit einem Bonitätsindex von 500 eingestuft.

Was bedeutet das?

Die Bonitätsbewertung von Creditreform erfolgt auf einer Skala von 100 (beste Bonität) bis 600 (akute Insolvenzgefahr). Ein Wert von:

  • 100–199 bedeutet: Sehr gute bis gute Bonität
  • 200–299: solide bis durchschnittliche Bonität
  • 300–499: schwache Bonität, erhöhte Risiken
  • Ab 500: keine Kreditwürdigkeit mehr – es besteht ein akutes Ausfallrisiko

Mit einem Index von 500 fällt EKD in die höchste Risikoklasse. In einfachen Worten: Das Unternehmen gilt aktuell als wirtschaftlich nicht mehr verlässlich. Lieferanten, Banken und Partner dürften sich unter normalen Umständen in diesem Bereich nur noch gegen Vorkasse oder mit massiven Sicherheiten auf eine Geschäftsbeziehung einlassen.

Was bedeutet das für Kund:innen?

Wer aktuell überlegt, bei EKD eine PV-Anlage zu kaufen, muss sich sehr genau überlegen, welche Risiken er eingeht. Denn:

  • Vorauszahlungen bergen ein hohes Risiko, bei einer möglichen Insolvenz des Unternehmens nicht wieder an das Geld zu kommen, wenn die Leistung nicht erbracht wurde.
  • Sollte das Unternehmen unerwartet den Betrieb einstellen oder sich aus Projekten zurückziehen müssen, bliebe der Kunde auf halbfertigen Installationen sitzen – mit hohem Schaden und wenig Aussicht auf schnelle Klärung.
  • Auch Garantien oder Serviceverpflichtungen wären in einem solchen Fall nichts mehr wert, wenn es keinen wirtschaftlich stabilen Anbieter mehr gibt, der dafür einsteht.

Unser klarer Rat daher:

Vermeiden Sie eine Vorausleistung. Bezahlen Sie nur das, was bereits nachweislich und mängelfrei geleistet wurde – idealerweise erst nach Abnahme. Nutzen Sie Treuhand- oder Absicherungsmöglichkeiten, wenn vertraglich Vorauszahlungen verlangt werden.

Pflicht zur Transparenz: Vertrieb muss informieren

Noch gravierender ist aus unserer Sicht die Rolle des Vertriebs von EKD. Wer im Namen des Unternehmens auf Kundschaft zugeht, muss die wirtschaftliche Lage offenlegen – oder riskiert, durch Verschweigen der Risiken gegen Verbraucherschutzrecht zu verstoßen. Einem Kunden wissentlich zu verschweigen, dass der Anbieter wirtschaftlich nicht mehr als kreditwürdig gilt, kann rechtlich relevant sein, insbesondere bei späteren Schadensersatzforderungen.

Auch Dienstleister sollten wachsam sein

Auch Dienstleister, etwa Monteure, Subunternehmen oder Zulieferer, sind nun gefragt: Wer Leistungen für EKD erbringt, sollte sich sorgfältig absichern. Arbeiten gegen Rechnung oder auf Vertrauensbasis sind in der aktuellen Situation nicht ratsam. Eine Abwicklung ausschließlich gegen Vorkasse ist aus unserer Sicht derzeit die einzig verantwortungsvolle Option.

Das große Ganze: Ein Warnsignal für die Branche

Der Fall EKD steht auch stellvertretend für eine Branche, die in den letzten Jahren rasant gewachsen ist – teils schneller, als es solide wirtschaftlich tragfähig wäre. Schnelles Wachstum, aggressiver Vertrieb und mangelnder Service rächen sich jetzt, wenn das wirtschaftliche Fundament bröckelt.

Ein Anbieter, der seine Pflichten gegenüber Kunden ernst nimmt, darf sich keine derartige Bonitätsbewertung leisten. Und solange sich an dieser Lage nichts verbessert, bleibt es aus unserer Sicht dabei:

Finger weg von Vorauszahlungen.
Kritisch hinterfragen, ob das Unternehmen wirtschaftlich stabil ist.
Kundenschutz geht vor Vertriebsversprechen.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Factoring und das Thema Bonitätsbewertung 500 bei Creditreform

Eine Factoring-Gesellschaft agiert grundsätzlich im Rahmen des Risiko- und Forderungsmanagements, daher ist...

Allgemeines

Grönland zieht rote Linie: Keine US-Souveränität über Militärstützpunkte

Grönland hat Forderungen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump nach einer souveränen Kontrolle...

Allgemeines

Zum Tod von Michael Oehme – ein streitbarer Kopf mit Haltung

Mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod Michael Oehmes erfahren. Der langjährige...

Allgemeines

Solarkrise in Deutschland: Vom Sonnenboom zur Branchenflaute – Ist das die Energiewende, die wir wollten?

Noch vor wenigen Jahren galt sie als großer Hoffnungsträger der Energiewende: die...