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Kritische Stellungnahme zu Schweizer Kapitalanlagen – Rechtsanwälte warnen deutsche Anleger

stux (CC0), Pixabay
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Rechtsanwalt Jens Reime und Rechtsanwältin Kerstin Bontschev, die seit Jahren im Bereich Kapitalanlagen tätig sind, sprechen eine deutliche Warnung aus: „Von allen Investments, die von Schweizer Firmen angeboten werden, sollten deutsche Anleger grundsätzlich die Finger lassen.“ Ihrer Erfahrung nach handelt es sich bei vielen dieser Angebote um sogenannte „Finanzschrottprodukte“, die sich für Investoren häufig als verlustreich erweisen.

Problem: Mangelnde Kontrolle durch die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA)

Die beiden Juristen kritisieren insbesondere die mangelnde Kontrolle durch die FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht). Während die deutsche BaFin in den letzten Jahren an Strenge gewonnen hat, zeigt sich die FINMA laut Reime und Bontschev oft wenig interessiert an den Belangen deutscher Anleger. „Deutsche Anleger interessieren die nicht“, so die Anwälte unisono. Wer als deutscher Rechtsanwalt eine Auskunft oder Unterstützung von der FINMA oder einer Schweizer Staatsanwaltschaft einholt, erlebt häufig Hilfe- und Auskunftsverweigerung.

Diese Intransparenz wird laut Jens Reime vor allem von Unternehmen genutzt, die deutsche Anleger gezielt ansprechen. Ein besonders problematisches Beispiel sei die MABEWO AG. Auf dem Papier präsentiere sich das Unternehmen mit einem innovativ wirkenden Konzept, doch in der Praxis zeige sich eine katastrophale Umsetzung und fehlende Transparenz.

Das Problem mit der Vollstreckung in der Schweiz

Selbst wenn deutsche Anleger erfolgreich vor Gericht klagen, stößt die Vollstreckung der Urteile in der Schweiz auf erhebliche Schwierigkeiten. Auch wenn eine Rechtsschutzversicherung die Prozesskosten in Deutschland übernimmt, muss die Vollstreckung in der Schweiz häufig aus eigener Tasche bezahlt werden. „Die Schweizer Behörden agieren bei der Eintreibung von Geldern so schnell wie eine Schnecke bei einem 100-Meter-Sprint“, fasst Bontschev die Problematik zusammen.

Was Anleger wissen sollten

Abschließend raten die Anwälte dazu, bei Finanzangeboten aus der Schweiz grundsätzlich skeptisch zu sein. Die dortige Rechtslage und die fehlende Transparenz bieten Betrügern oftmals einen idealen Nährboden. Selbst wenn die Angebote auf den ersten Blick seriös wirken, sollten Anleger immer genau prüfen, welche Risiken bestehen und wie die rechtlichen Rahmenbedingungen im Problemfall aussehen.

Fazit

Jens Reime und Kerstin Bontschev empfehlen: „Machen Sie um Anbieter aus der Schweiz einen großen Bogen, wenn Sie Ihr Geld nicht verlieren wollen.“

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