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Kritische Analyse der Bilanz der AuA24 AG für das Geschäftsjahr 2024

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Die Bilanz der AuA24 AG für das Geschäftsjahr 2024, datiert auf den 31. Dezember 2024, wirft verschiedene Fragen auf, die sowohl für potenzielle Anleger als auch für bestehende Investoren von Interesse sind. Die Analyse konzentriert sich auf wesentliche Aspekte, die die finanzielle Gesundheit des Unternehmens betreffen, und stellt die Bilanz aus Anlegersicht fair und kritisch dar.

1. Aktiva: Anlagevermögen vs. Umlaufvermögen

Anlagevermögen
Das Anlagevermögen der AuA24 AG ist hauptsächlich durch immaterielle Vermögensgegenstände geprägt, die im Jahr 2024 mit 2.212.512,43 EUR (2023: 1.246 TEUR) bewertet werden. Dies stellt einen erheblichen Anteil des gesamten Vermögens dar. Die Frage, die sich hier stellt, ist, wie dieser immaterielle Posten bewertet wird, insbesondere in Bezug auf die Langfristigkeit der Werte. Der Großteil des immateriellen Vermögens könnte aus Markenrechten, Patenten oder Software bestehen. Sollte dieses Vermögen jedoch nicht realisierbar oder schwer abzuschreiben sein, könnte dies auf zukünftige Abschreibungsrisiken hindeuten.

Die Sachanlagen sind mit lediglich 8.522 EUR (2023: 11 TEUR) sehr gering und stellen kaum eine Belastung oder ein Potenzial für das Unternehmen dar.

Das Finanzanlagen-Vermögen von 693.000 EUR (2023: 514 TEUR) könnte auf Beteiligungen oder Darlehen an verbundene Unternehmen hindeuten. Es wäre wichtig, die Ertragskraft dieser Investitionen zu verstehen, um abschätzen zu können, wie nachhaltig diese Finanzanlagen sind.

Umlaufvermögen
Im Umlaufvermögen sind Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit 1.034.049,28 EUR (2023: 1.033 TEUR) aufgeführt. Hier stellen sich Fragen zur Realiserbarkeit der Forderungen: Ein Großteil könnte aus Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen, was ein gewisses Risiko in Bezug auf die Liquidität des Unternehmens darstellt. Zudem wurden Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 252.000 EUR (2023: 306 TEUR) ausgewiesen, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen potenziell Verluste aus diesen Forderungen realisieren könnte, falls die verbundenen Unternehmen in Liquiditätsprobleme geraten.

Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind mit 58.925,13 EUR (2023: 35 TEUR) relativ niedrig, was darauf hinweist, dass das Unternehmen nicht über ausreichend liquide Mittel verfügt, um kurzfristige Verpflichtungen zu decken. Dies könnte die finanzielle Flexibilität erheblich einschränken.

2. Passiva: Eigenkapital und Verbindlichkeiten

Eigenkapital
Das Eigenkapital der AuA24 AG ist mit 1.754.697,44 EUR (2023: 955 TEUR) solide, jedoch zeigen die Rücklagen und der Bilanzgewinn eine klare Tendenz zu einer geringen Rücklagenbildung. Insbesondere die anderen Gewinnrücklagen wurden im Vergleich zum Vorjahr nur um 50.000 EUR (2023: 100 TEUR) erhöht. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Unternehmen eher auf eine Gewinnausschüttung als auf eine nachhaltige Eigenkapitalstärkung setzt.

Verbindlichkeiten
Mit einem Gesamtbetrag von 1.777.808,35 EUR (2023: 1.573 TEUR) sind die Verbindlichkeiten des Unternehmens relativ hoch. Ein weiterer problematischer Punkt ist, dass alle Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben und nicht besichert sind. Dies könnte auf Liquiditätsengpässe und eine hohe Abhängigkeit von kurzfristigen Finanzierungsmöglichkeiten hinweisen. In Verbindung mit den relativ geringen liquiden Mitteln ergibt sich hier ein erhebliches Risiko für die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens.

3. Rückstellungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Rückstellungen in Höhe von 215.324,54 EUR (2023: 130 TEUR) könnten auf bevorstehende Verpflichtungen oder Risiken hinweisen, die derzeit noch ungewiss sind. Diese Rückstellungen sollten genau überwacht werden, da sie möglicherweise für rechtliche Auseinandersetzungen, Steuerverpflichtungen oder Forderungen aus dem Geschäftsbetrieb gebildet wurden.

Zudem hat das Unternehmen einer Tochtergesellschaft Darlehen in Höhe von 600 TEUR zugesagt, von denen 252 TEUR bereits ausgezahlt wurden. Es ist auffällig, dass das Unternehmen auf eine Rangrücktrittserklärung verzichtet hat, was bedeutet, dass diese Forderungen im Falle einer Insolvenz hinter allen anderen Gläubigern zurückstehen würden. Dies kann das Risiko für das Unternehmen erhöhen, da es seine eigenen Liquiditätsressourcen in eine Tochtergesellschaft investiert, die möglicherweise nicht stabil ist.

4. Bewertung der Liquidität und Zahlungsfähigkeit

Liquidität
Die Bilanz zeigt eine relativ niedrige Liquidität, insbesondere im Vergleich zu den Verbindlichkeiten und Darlehenszusagen. Dies bedeutet, dass die AuA24 AG bei unerwarteten Liquiditätsengpässen oder zusätzlichen Verpflichtungen möglicherweise Schwierigkeiten hat, ihre Kurzfristverbindlichkeiten zu bedienen.

Finanzielle Flexibilität
Aufgrund der hohen Verbindlichkeiten, der niedrigen liquiden Mittel und der Verpflichtungen gegenüber Tochtergesellschaften wird die finanzielle Flexibilität des Unternehmens stark eingeschränkt. Anleger sollten sich bewusst sein, dass das Unternehmen in einer Situation hoher Abhängigkeit von kurzfristigen Finanzierungen steht und daher hohe Risiken für zukünftige Zahlungen bestehen könnten.

5. Fazit und Anlegerbewertung

Kritische Punkte:

  • Hohe Verbindlichkeiten und kurzfristige Finanzierungsstruktur: Dies stellt ein erhebliches Risiko für die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens dar.

  • Niedrige Liquidität: Das Unternehmen verfügt über nur begrenzte Mittel, um kurzfristige Verbindlichkeiten zu decken.

  • Beteiligungen an Tochtergesellschaften und Darlehen: Das Unternehmen hat eine erhebliche Verpflichtung gegenüber seiner Tochtergesellschaft, ohne dass klar ist, wie diese Mittel zurückfließen werden.

  • Mangelnde Rücklagenbildung: Trotz eines soliden Gewinns zeigt das Unternehmen eine geringe Rücklagenbildung, was zukünftige finanzielle Sicherheit einschränken könnte.

Positiv hervorzuheben ist jedoch das solide Eigenkapital und der Bilanzgewinn, der in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Unternehmen weiterhin gewinnorientiert arbeitet, aber in seiner finanziellen Struktur noch erhebliche Schwächen aufweist.

Für Anleger bedeutet dies: Es besteht ein hohes Risiko, insbesondere aufgrund der Liquiditätsproblematik und der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Eine detaillierte Überwachung der Zahlungsfähigkeit sowie eine kritische Betrachtung der Finanzierungsquellen sind dringend erforderlich.

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Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024Datum: 11.09.2025Sprache: Deutsch

AuA24 AG

Norderstedt

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

Bilanz zum 31. Dezember 2024

Aktiva

31.12.2023
EUR TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immateriele Vermögensgegenstände 2.212.512,43 1.246
II. Sachanlagen 8.522,00 11
III. Finanzanlagen 693.000,00 514
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte 0,00 30
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.034.049,28 1.033
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 58.925,13 35
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 6.071,49 4
4.013.080,33 2.873

Passiva

31.12.2023
EUR TEUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100
davon Stammaktien EUR 51.000,00 (Vj.: EUR 51.000,00)
davon Vorzugsaktien EUR 49.000,00 (Vj.: EUR 49.000,00)
II. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 10.000,00 10
davon aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres durch die
Hauptversammlung eingestellt:
EUR 0,00 (Vj.: EUR 0,00)
2. Andere Gewinnrücklagen 155.250,00 105
davon aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres durch die
Hauptversammlung eingestellt:
EUR 50.000,00 (Vj.: EUR 100.000,00)
III. Bilanzgewinn 1.754.697,44 955
B. RÜCKSTELLUNGEN 215.324,54 130
C. VERBINDLICHKEITEN 1.777.808,35 1.573
4.013.080,33 2.873

Anhang für 2024

Allgemeine Angaben

Firma: AuA24 AG
Sitz: Norderstedt
Registergericht: Amtsgericht Kiel
Handelsregisternummer: HRB 17422

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Ergänzende Bilanzierungsbestimmungen aus der Satzung ergeben sich nicht. Es gelten die Vorschriften für kleine Kapitalgesellschaften.

Die für einzelne Posten geforderten Zusatzangaben wurden zum Teil in den Anhang übernommen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Von den größenabhängigen Erleichterungen der §§ 276 und 288 HGB wurde teilweise Gebrauch gemacht.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Selbst geschaffene sowie entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen und fertiggestellt sind, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten angesetzt.

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zu Nennwerten unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bilanziert.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Auf die Aufstellung eines Anlagenspiegels wird gemäß § 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB verzichtet.

Angaben zum Anteilsbesitz

Auf die Angabe zum Anteilsbesitz wird gemäß § 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB verzichtet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von EUR 9.695,30 (Vj.: TEUR 0) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie in Höhe von EUR 252.000,00 (Vj.: TEUR 306) sonstige Vermögensgegenstände.

Es bestehen Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von EUR 252.000,00 (Vj.: TEUR 306), welche ausschließlich Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen.

Eigenkapital

Im Bilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag in Höhe von EUR 732.819,64 (Vj.: TEUR 602).

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und sind nicht besichert.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag hat die Gesellschaft einer unmittelbaren Tochtergesellschaft einen Darlehensrahmen von TEUR 600 zugesagt; zum 31. Dezember 2024 wurden davon TEUR 252 ausgereicht. Die Gesellschaft ist mit all ihren in 2024 oder früher entstandenen Darlehensforderungen gegen die unmittelbare Tochtergesellschaft im Rang hinter sämtliche Forderungen aller gegenwärtigen und zukünftigen weiteren Gläubiger zurückgetreten.

Es bestehen monatliche Verpflichtungen für Miet-, Verwaltungs- und Buchhaltungskosten in Höhe von TEUR 44.

Sonstige Angaben

Aufsichtsrat

Gisbert Weber, Sachverständiger, Bonn, Vorsitzender

Sven Looft, Fachkaufmann für Organisation, Großhansdorf

Ralf Weißenfels, Dipl.-Betriebswirt, Bonn

Jürgen Kosian, Kaufmann, Tornesch, bis 31. August 2024

Richard Hübner, Sachverständiger, Remseck, ab 1. September 2024

Vorstand

Tobias P. Metz, Kaufmann, Norderstedt, Vorsitzender

Karsten Bischoff, Dipl.-Ingenieur Medientechnik, Hamburg

Sabine Kerber, Bankbetriebswirtin, Hamberge

Stephan Geiger, Dipl.-Betriebswirt, Berlin

Gesamtbezüge des Vorstands

Auf die Angabe über die Gesamtbezüge des Vorstands wird gemäß § 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB verzichtet.

Gesamtbezüge des Aufsichtsrats

Auf die Angabe über die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats wird gemäß § 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB verzichtet.

Mitarbeiter

Es waren während des Geschäftsjahres durchschnittlich 20 Mitarbeiter beschäftigt.

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt sind, haben sich nicht ergeben.

Ergebnisverwendung

Auf die Angabe zur Ergebnisverwendung wird gemäß § 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB verzichtet.

 

Norderstedt, 23. Juni 2025

AuA24 AG

gez. Tobias P. Metz

gez. Karsten Bischoff

gez. Sabine Kerber

gez. Stephan Geiger

Datum der Feststellung

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 wurde am 4. Juli 2025 festgestellt.

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