Japans Polizei verzeichnet erneut mehr Straftaten: 2025 wurden landesweit 774.142 Delikte gemeldet – ein Anstieg um 4,9 % gegenüber dem Vorjahr. Damit setzt sich der Trend steigender Kriminalität fort, nachdem 2021 ein Tiefstand seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht worden war.
Besonders deutlich legten Eigentumsdelikte zu. Betrugsfälle und Ladendiebstähle – vor allem von Lebensmitteln – nahmen stark zu. Auch die Zahl ausländischer Besucher, die wegen Straftaten festgenommen wurden, stieg um 30 %.
Seit dem Höchststand von rund 2,85 Millionen Fällen im Jahr 2002 war die Kriminalität lange rückläufig. Doch seit 2022 zeigt die Kurve wieder nach oben und übertrifft inzwischen sogar das Vor‑Pandemie‑Niveau von 2019.
Mehr als 60 % aller Delikte waren Diebstähle: 513.931 Fälle bedeuten ein Plus von 2,5 %. Während Metalldiebstähle zurückgingen, vervierfachten sich Einbrüche in leerstehende Häuser, bei denen Schmuck oder Edelmetalle gestohlen wurden. Ladendiebstähle stiegen um 7 % auf über 105.000 Fälle – in der Hälfte der Fälle wurden Lebensmittel entwendet.
Betrugsdelikte nahmen besonders stark zu: 77.473 Fälle entsprechen einem Anstieg von 25 %. Rund 40 % der Täter gaben „finanzielle Not“ als Motiv an. Der finanzielle Schaden durch Betrug wuchs um 31 % auf rund 402,9 Milliarden Yen. Besonders drastisch fiel der Anstieg bei sogenannten „Special Frauds“ aus, deren Schadenssumme sich nahezu verdoppelte. Investment‑ und Romance‑Scams über soziale Netzwerke verursachten weitere 182,7 Milliarden Yen.
Die Polizei macht lose organisierte, schwer zu fassende Gruppen – sogenannte „Tokuryu“ – für viele dieser Taten verantwortlich.
Die Zahl der Festnahmen stieg um 4,8 % auf 301.055. Unter den Festgenommenen waren 17.614 ausländische Besucher, ein Plus von 31,4 %. 550 von ihnen wurden wegen schwerer Delikte wie Mord oder Raub festgenommen.
Eine Umfrage der Polizei zeigt zudem, dass das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sinkt: 79,7 % der Befragten ab 15 Jahren gaben an, die öffentliche Sicherheit habe sich in den vergangenen zehn Jahren verschlechtert. Als Hauptgrund nannten sie Betrugsmaschen wie Investment‑ oder „Enkeltrick“-ähnliche Telefonbetrügereien.
Ein Sprecher der Nationalen Polizeibehörde kündigte an, man werde „angemessen auf diese schwierigen Entwicklungen reagieren“.
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