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Krieg im Mittleren Osten

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Die USA und Israel haben am Samstagmorgen koordinierte Luftangriffe auf Ziele im Iran gestartet. Nach Angaben des israelischen Militärs gingen den Attacken monatelange „enge und gemeinsame Planungen“ voraus. Getroffen worden seien unter anderem Einrichtungen in Teheran sowie hochrangige Vertreter der iranischen Führung. Kurz darauf reagierte der Iran mit einer beispiellosen Welle von Vergeltungsschlägen gegen Israel und US-Militärstützpunkte in mehreren Ländern des Nahen Ostens.

Angriffe auf iranische Führung und Militärziele

Israel erklärte, die Angriffe hätten sich gegen zentrale militärische und staatliche Ziele gerichtet, darunter auch führende Persönlichkeiten wie Irans obersten Führer, den Präsidenten sowie den Generalstabschef der Streitkräfte. Ob diese tatsächlich getroffen wurden, ist bislang unklar.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Militäraktion als „massiv und andauernd“. Er warnte vor möglichen amerikanischen Verlusten und rief die iranische Bevölkerung auf, „eure Regierung zu übernehmen“. Zugleich warf er Teheran vor, sein Atomprogramm wiederaufzubauen, nachdem frühere US-Angriffe im vergangenen Sommer die Anlagen angeblich zerstört hätten. Der Iran betont hingegen, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken.

US-Generalstabschef Dan Caine soll laut CNN im Vorfeld verschiedene militärische Optionen ausgearbeitet haben – von begrenzten Angriffen auf Nuklearanlagen bis hin zu einer umfassenden Luftoffensive. Intern habe er jedoch Zweifel an den möglichen Folgen eines groß angelegten Militäreinsatzes geäußert, insbesondere hinsichtlich möglicher US-Verluste und unvorhersehbarer regionaler Konsequenzen.

Iran reagiert mit Raketenangriffen

Als Reaktion feuerte der Iran nach eigenen Angaben Dutzende ballistische Raketen in Richtung Israel und auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion ab. Explosionen wurden unter anderem aus Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Bahrain und Jordanien gemeldet.

Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärten, die Luftwaffenbasis Al-Udeid in Katar, Al-Salem in Kuwait, Al-Dhafra in den VAE sowie der US-Marinestützpunkt in Bahrain seien Ziele der Angriffe gewesen. Auch die Muwaffaq Al-Salti-Basis in Jordanien sowie ein US-Stützpunkt im Nordirak seien attackiert worden.

Mehrere Raketen wurden von Luftabwehrsystemen abgefangen. In den VAE kam jedoch ein Zivilist ums Leben, als Trümmerteile einer abgefangenen Rakete auf ein Wohngebiet fielen. In Bahrain wurde eine US-Marineeinrichtung getroffen, Berichte über Opfer liegen dort bislang nicht vor. Katar meldete die Abwehr von mindestens zwei Raketen. Auch Jordanien erklärte, zwei Geschosse erfolgreich abgefangen zu haben.

In Israel waren in Jerusalem und Tel Aviv Explosionen zu hören. Ob es sich um Einschläge oder um abgefangene Raketen handelte, blieb zunächst unklar. Berichte über Todesopfer gab es zunächst nicht.

Ausnahmezustand in der Region

In Katar wurde landesweit eine Notfallwarnung auf Mobiltelefone gesendet. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und Schutzräume aufzusuchen. Ähnliche Sicherheitsmaßnahmen wurden in anderen Ländern der Region ergriffen. Israel verstärkte nach eigenen Angaben seine Truppen an den Grenzen zu Libanon und Syrien und erhöhte landesweit die Bereitschaft von Rettungs- und Sicherheitskräften.

Scharfe Worte aus Teheran und Doha

Das iranische Außenministerium verurteilte die Angriffe als „kriminelle militärische Aggression“ und kündigte eine entschlossene Antwort an. Man sei „mehr denn je bereit zur Verteidigung“. Die Vereinigten Staaten und Israel hätten mit ihrem Vorgehen die regionale und globale Sicherheit in beispielloser Weise gefährdet.

Katar wiederum bezeichnete die iranischen Vergeltungsschläge auf seinem Staatsgebiet als „eklatante Verletzung der nationalen Souveränität“. Doha behalte sich das Recht vor, im Rahmen des Völkerrechts zu reagieren.

Internationale Reaktionen und politische Debatte in den USA

In Washington sorgte der Militäreinsatz für unterschiedliche Reaktionen im Kongress. Während einige republikanische und demokratische Abgeordnete die Angriffe als notwendig bezeichneten, kritisierten andere, dass der Kongress im Vorfeld nicht ausreichend informiert worden sei.

Internationale Beobachter warnen vor einer massiven Eskalation. Der frühere US-Botschafter in Israel, Daniel Shapiro, sprach von einem „sehr großen Risiko“, insbesondere falls das erklärte Ziel eines Regimewechsels im Iran verfolgt werde. Ob die Angriffe zu einem politischen Umbruch in Teheran führen oder die Region weiter destabilisieren, bleibt offen.

Die Lage entwickelt sich rasant. Das Ausmaß der Schäden und mögliche weitere militärische Schritte beider Seiten sind derzeit noch nicht absehbar.

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